Bei Leistenhernien liegt dieser Bachwanddefekt im Bereich des Leistenkanals im Unterbauch. Das kann chronische Schmerzen und Belastungseinschränkungen hervorrufen, aber auch zu einem medizinischen Notfall eskalieren, wenn Gewebe droht, bei einem Einklemmungsereignis abzusterben. Bei jedem Eingeweidebruch besteht potenziell die Gefahr der Einklemmung und lebensgefährlichen Strangulation von Darmorganen. Das Risiko der Einklemmung beträgt, abhängig von der Art des Bruchs, etwa 1 bis 3 % pro Jahr. Symptomatische Eingeweidebrüche sollten immer operiert werden, da sich die angeborene oder erworbene Lücke in der Bauchwand von alleine nicht wieder verschließt, sich das Krankheitsbild regelhalft über die Zeit verschlechtert und immer mit einer Einklemmung gerechnet werden muss. Geplante Bruchoperationen sind hingegen chirurgische Routine und haben ein sehr geringes Komplikationsrisiko und sehr gute Langzeitergebnisse. Im Falle, dass ein Bruch asymptomatisch bleibt, kann auch als Therapieempfehlung eine abwartende Haltung möglich sein. Dieses Vorgehen sollte nur in Abstimmung mit einem chirurgischen Experten gewählt werden. Jedes chirurgische Heilverfahren muss eine individuelle Empfehlung für die Patienten bleiben.