Vorhang auf für die Marionetten Premierenstarker Theater-Winter

Alban Xhafolli, Jonas Oeltermann und Uwe Blüthgen während einer Probe mit Christian Lusky (von links) für die Premiere des Stückes „Quasimodo – Die Legende von Notre Dame“.                                                                                      Foto: frankphoto.de

Das Team des Suhler Marionettentheaters nimmt wieder Anlauf. Nach einer langen, von der Pandemie erzwungenen Pause heißt es im Türmchen des CCS nun wieder: Vorhang auf!

Suhl - Ob Sprecher, Spieler oder Intendant – sie freuen sich alle darauf, nun endlich wieder den Vorhang für das Marionettentheater heben zu können. Die letzte Vorstellung war vor knapp einem Jahr – am 25. Oktober 2020. Vor 17 Besuchern. Mehr hatte das Hygienekonzept nicht zugelassen. „Das halten wir nicht noch einmal durch. Wir bekommen keinerlei Hilfen. Das Ganze funktioniert nur mit viel Eigenkapital und mit Sponsoren“, sagt Christian Lusky, der Chef des Suhler Marionettentheaters und spricht auch die schlimmste Konsequenz aus. Die wäre, dass das Marionettentheater schließen müsste.

Schwer vorstellbar. Für das treue Publikum sowieso, aber auch für den Stamm an Spielern, Sprechern, Bühnenbildnern, Schneidern und allen noch die ihren Anteil daran haben, dass das Marionettentheater mit seinen liebevoll und kreativ inszenierten Stücken ganze Generationen begeistert.

Jetzt aber stehen die Zeichen auf Start. Am Sonntag geht es los mit der neuen Saison. Und zwar mit dem Märchen „Rumpelstilzchen“, das bereits ausverkauft ist. Für die anderen Klassiker aus der Märchenwelt wie beispielsweise „Räuber Hotzenplotz“ (10. Oktober, 16 Uhr), „Aschenputtel (24. Oktober, 14 Uhr oder „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ (24. Oktober, 16 Uhr) gibt es noch Karten.

Ein Höhepunkt steht am 5. Dezember ins Haus. Dann wird endlich die schon für das vergangene Jahr geplante Premiere des Märchens „Tischlein deck dich“ auf dem Spielplan stehen. Und das gleich zweimal (14 und 16 Uhr) „Wir halten uns auch hier weitgehend an das Original und dazu wird es viel Musik und Gesang geben“, stellt Christian Lusky in Aussicht. Wolfgang Stetefeld hat sich einiges einfallen lassen, um in der musikalischen Gesamtkomposition Ohrwürmer in Szene zu setzen wie beispielsweise „Es klappert die Mühle ...“

Für die zauberhaften Kulissen, die in diesem Stück sehr oft wechseln, hat Uwe Blüthgen gesorgt. Der Text für „Tischlein deck dich“ ist Mandy Heinrich, Daniela und Martin Oeltermann, Stefan Ebert, Marcus Stiebritz, Ulli Kunze, Michael Jeske und Christian Lusky eingesprochen worden. Und jeder, der spricht, singt auch in diesem Stück, in dem Philip Ritzmann, Jonas Oeltermann, Alban Xhafolli, Roy Scheffler, Uwe Blüthgen und Christian Lusky, die Spieler sind. „Wir freuen uns riesig darauf, nun endlich dieses Märchen zur Premiere führen zu können. Das ist quasi unser Weihnachtsmärchen“, sagt der Vater des Suhler Marionettentheaters.

Aber all die Fans, die für das Marionettentheater kein anderes Weihnachtsmärchen als „Frau Holle“ gelten lassen, können beruhigt sein. Frau Holle schüttelt wie jedes Jahr an Heiligabend die Betten aus. Die Tickets dafür sind bereits so gut wie ausverkauft. Eine weitere Premiere, die darauf wartet, endlich stattfinden zu können, gibt es am 10. Dezember mit „Quasimodo – Die Legende von Notre Dame“. Das Bühnenbild, das Harald „Hacki“ Grinda für diese Geschichte über das hässliche, einäugige und buckliges Ungetüm auf opulente Art und Weise geschaffen hat, sucht seinesgleichen in der Geschichte des Marionettentheaters. Die Kostüme kommen diesmal aus der Nähstube von Conny Brunngräber. Sprecher für „Quasimodo“ sind Anja Lenßen, Stefan Schael, Gabi Blüthgen, Daniela Oeltermann, Uwe Blüthgen, Michael Jeske, Ullrich Kunze und Christian Lusky. Prolog und Epilog spricht Jürgen Rummel. „Das Stück ist hochaktuell, weil es auch um die Diskriminierung von Minderheiten geht. Quasimodo hat die Menschen kennengelernt ...“, so Lusky.

„Quasimodo“ ist eine Jubiläumsinszenierung. Schließlich wird das Suhler Marionettentheater 15 Jahre alt. Das wird klein gefeiert. Mit den Premiere-Gästen. Ein Geschenk macht sich das Team des Marionetten-Theaters dann aber doch: Es fährt nächstes Jahr in die französische Partnerstadt Suhl – nach Bègles und führt „Peter und der Wolf“ in französischer Sprache auf.

• Tickets gibt es auch in der Geschäftsstelle von „Freies Wort“.

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