Dankbar für den Tabubruch bei Labour dürfte die rechtspopulistische Reform-Partei von Nigel Farage sein. Deren Vorgängerorganisationen Brexit-Partei und Ukip (UK Independence Party) waren mit ihrem Wahlkampf maßgeblich daran beteiligt, dass es überhaupt zum Referendum und später zu einem harten Brexit mit Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion kam. Farage spricht bereits vom "Brexit-Verrat". Sollte er je Premier werden, dürfte das Pendel wieder in die andere Richtung schwingen.
Was sagt die Wirtschaft?
Die genauen Auswirkungen des Brexits auf die britische Wirtschaft sind mittlerweile unmöglich festzustellen. Viel zu sehr haben Großereignisse wie die Pandemie, der Ukraine-Krieg und andere Krisen die ökonomische Entwicklung seither beeinflusst. Gegner eines Wiedereintritts verweisen auch gerne darauf, dass Großbritanniens Bruttoinlandsprodukt seit dem Brexit erheblich stärker gewachsen ist als das Deutschlands, wenn auch nicht im Verhältnis zur gesamten EU. Unstrittig ist jedoch, dass der Handel zwischen Großbritannien und dem Kontinent mit dem Austritt deutlich zurückgegangen ist.
York-Alexander von Massenbach von der Britischen Handelskammer in Deutschland (BCCG) warnt vor zu hohen Erwartungen nach Burnhams Äußerungen. "Eine weitere Annäherung an die EU, zum Beispiel ein möglicher Eintritt in die Zollunion, was auch der schwächelnden Wirtschaft im Vereinigten Königreich helfen würde, halte ich dagegen für möglich und sogar für zunehmend wahrscheinlich", teilte von Massenbach auf dpa-Anfrage mit.