Von H2Oberhof bis Explorata Familienkarte wird gut angenommen

An der Kasse des H2Oberhofs hat Mitarbeiterin Carola Weigelt in den vergangenen Wochen etliche Familienkarten entgegengenommen. Foto: /Michael Bauroth

Mit der Thüringer Familienkarte können Eintritte in Freizeiteinrichtungen bezahlt werden. Ein Angebot, das rege genutzt wird, auch bei den teilnehmenden Einrichtungen aus Oberhof und Zella-Mehlis.

Oberhof/Zella-Mehlis - Familien nach der anstrengenden Pandemiezeit mit Homeschooling und Kinderbetreuung neben dem Beruf sowie mit eingeschränkten Freizeitaktivitäten Unterstützung zukommen zu lassen, war die Idee hinter der Thüringer Familienkarte. Diesen vom Familienministerium initiierten Gutschein in Höhe von 50 Euro erhalten Familien für jedes kindergeldberechtigte Kind und können damit teilnehmende Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Freistaat kostenlos besuchen. Vier davon sind in Oberhof und Zella-Mehlis zu finden. Ihre Bilanz der noch bis Mitte November laufenden Aktion fällt bislang positiv aus.

Schwimmbadbesuch oder Karussellfahren mit dem Lift

„Es läuft hervorragend“, sagt Rainer Mahn, Geschäftsführer der Oberhofer Freizeit und Tourismus GmbH, die das H2Oberhof betreibt. Die Familienkarte werde in dem Wellnessbad gut genutzt. „Es ist schwierig, Zahlen zu nennen, da der Gutschein eine von mehreren Bezahlformen im Bad ist und nicht gesondert abgerechnet wird“, macht er deutlich. Es seien in den vergangenen Wochen aber sehr viele Gäste mit der Familienkarte da gewesen. Auch welche, die sich den Badbesuch ohne den Gutschein wahrscheinlich nicht gegönnt hätten. Daher findet der Chef des H2Oberhofs lobende Worte für die Aktion. Eine gute Geschichte sei das, meint Rainer Mahn. Etwas, womit die Familien etwas anfangen könnten, das sie zumindest finanziell ein wenig entlaste.

Im Bikepark am Fallbachhang wird die Familienkarte ebenfalls akzeptiert, allerdings fällt die Nutzung hier geringer aus als im Schwimmbad. „Das ist ein anderes Alter, eine andere Klientel“, sagt Geschäftsführer Rainer Mahn. Während der Gutschein eher selten genutzt wurde, um Tickets fürs Biken zu lösen, hätten viele Familien entdeckt, dass man damit auch „Karussell fahren“ könne, erzählt der Chef des Bikeparks. Damit meint er die Berg- und Talfahrten mit dem Fallbachlift, die ebenfalls mit der Familienkarte bezahlt werden können. „Das ist ja was für die Kinder und die Erwachsenen können sich die Sportstätten von oben ansehen.“ Rundum zufrieden mit der Familienkarte ist Rainer Mahn, und die von ihm geführten Einrichtungen wären bei einer Neuauflage auf jeden Fall wieder dabei.

Ein Geschenk, das nicht jeder zu schätzen weiß

So uneingeschränkt kann das Hardy Köhler vom Exotarium Oberhof nicht sagen. „Der Aufwand für die Abrechnung der Familienkarte ist schon recht hoch“, sagt der Betreiber, der auch ein wenig Zweifel an den Richtlinien der Aktion hat. Ob wirklich jedes Kind, für das es Kindergeld gebe, vom Säugling bis zum Studenten mit Mitte 20, Anspruch auf einen Gutschein haben sollte, hält er für fraglich. Auch bezweifelt er, dass alle wertschätzen, was sie da vom Land und damit letztlich vom Steuerzahler bekommen haben.

Dennoch würde sich das Exotarium sicherlich wieder an einer solchen Aktion beteiligen, meint Hardy Köhler. Denn der Gutschein werde recht gut von den Leuten angenommen. „Das schwankt extrem von Tag zu Tag. Mal kommen haufenweise Leute mit den Familienkarten, mal kommt gar keiner, der mit dem Gutschein den Eintritt bezahlen will“, schildert er seine Erfahrungen.

Coole Aktion hilft Familien und Freizeiteinrichtungen

Dieses Auf und Ab kennt auch die Inhaberin der Explorata Mitmachwelt in Zella-Mehlis, Karin Weiß. Insgesamt sei die Familienkarte aber in den letzten Wochen rege genutzt worden, sagt sie. Es sei ein sehr feiner Zug des Landes, den Familien dieses Angebot zu machen, findet die Chefin der Mitmachwelt. Obwohl mancher es offenbar als selbstverständlich angesehen habe, meint sie.

Nach Ansicht von Karin Weiß ist die Familienkarte eine „coole Aktion“, die nicht nur den Familien helfe, sondern auch den Freizeiteinrichtungen. Sicherlich hätten die meisten den Besuch in der Explorata ohnehin schon geplant und freuten sich, mit dem Gutschein nun den Eintritt bezahlen zu können, sagt die Inhaberin. „Ich denke aber, die Aktion hat auch uns ein wenig genutzt. Wer weiß, ob mancher Besucher ohne die Familienkarte nicht gekommen wäre, weil er es sich nicht leisten könnte.“ Durch die Corona-Krise stünden ja gerade viele mit weniger im Portemonnaie da. Solch ein Gutschein sei da eine Hilfe und ermögliche etwas, was so wahrscheinlich nicht drin gewesen wäre. Und so macht Karin Weiß deutlich: „Wenn man mich nach einer Neuauflage der Familienkarte fragen würde, würde ich sagen, die Explorata ist jederzeit wieder dabei“.

 

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