Den mehr als mannshohen „Einheitsmann“ an der „Brücke der Einheit“ in Vacha kennt Karsten Haupt schon aus seinem Pilgerführer, als er an seinem Ziel nach fast drei Wochen ankommt. Das Projekt des Künstlers Ottmar Hörl, geboren im hessischen Nauheim südwestlich von Frankfurt am Main, war zu den Feierlichkeiten „25 Jahre Deutsche Einheit“ entstanden. Im Sockel der glasfaserverstärkten Figur aus Polyester sind die Worte „Grenzen überwinden“ eingestanzt. Damit scheint sich der 49-Jährige auszukennen. Der grüne Mann mit Hut, dem Ampelmännchen aus Ost-Berlin nachempfunden, ist das Erste, was der Mann aus dem Spreewald neben der Länder verbindenden Werrabrücke selbst in Vacha prominent vor Augen hat. Auf die Frage, ob er auf seinen 460 Pilgerkilometern von Görlitz in die älteste Stadt Südthüringens Grenzen überwunden hat, zählt er pragmatisch die Grenzen zu dem jeweilig nächsten Bundesland auf dem Weg von Sachsen nach Thüringen auf. Ansonsten wisse er nicht, was der Autor dieser Zeilen meine, sagt der groß gewachsene Brandenburger und lächelt sein zurückhaltendes Lächeln.
Von Görlitz nach Vacha Karsten pilgert aus Liebe
Mirco Robus 09.05.2026 - 12:00 Uhr