Volleyball: VfB Suhl Diese Mädels rocken Dresden

„Fürchte die Wölfe“ (von links): Annamaria Polgar, Maria Schilling, Annalena Noack, Lena Hoffmann, Florentine Arndt, Lucy Wagner, Frieda Seeber und Daniela Seeber nach dem Sieg in Dresden. Foto: VfB 91 Suhl

„Wie geil ist das denn?“: Die Eltern daheim waren baff, was ihre Töchter in Dresden ablieferten. Die U13 des VfB 91 Suhl ist Mitteldeutscher Meister.

Als der Kleinbus des VfB 91 Suhl mit der Aufschrift „Fürchte die Wölfe“ vor wenigen Tagen in Dresden ankam, konnte man noch nicht ahnen, dass die elf- und zwölfjährigen Mädchen tatsächlich ihren Gegnerinnen das Fürchten lehren würden. Die U13 trat als Thüringenmeister den Vergleich mit den acht besten sächsischen und thüringischen Teams an und verließ als Mitteldeutscher Volleyball-Meister die Sporthalle am Messering.

Über die gesamte Saison bereiteten sich die Schülerinnen der Gymnasien Suhl, Zella-Mehlis und Schleusingen auf diesen Tag vor. Sie übten präzise, harte Aufschläge, saubere Baggerannahmen, zuverlässige Zuspiele und flexible Angriffe, alles verbunden mit jeder Menge Laufarbeit. Mit ziemlich großer Vorfreude, aber auch Ungewissheit, wie die anderen Teams spielen würden, begannen sie das Turnier.

In der Vorrunde besiegten die Spielerinnen um Kapitänin Lucy Wagner Sachsens starken Vizemeister SV Lok Engelsdorf mit 25:21 und 25:17, Thüringens Hauptstädterinnen SWE Volley-Team mit 25:18 und 25:16 sowie Sachsens Viertplatzierten 1. VV Freiberg mit 25:17 und 25:13 in Sätzen, die beim Spielstand von 10:10 begannen.

Ab dem Halbfinale wurden dann zwei volle Gewinnsätze gespielt. Es sollten nicht Sonneberg oder Eisfeld sein, die die Suhler Mädchen schon kannten, sondern das quirlige Team vom TSG KW Boxberg-Weißwasser, der sächsische Drittplatzierte. Hier konnte man nur punkten, wenn man laufbereit war und den Ball sehr genau im gegnerischen Feld unterbrachte. Mit 25:12 und 25:15 überzeugten die Spielerinnen vom VfB auch hier und zogen ins Finale gegen Dresden ein. „Oh, ist das spannend!“ und „Wie geil ist das denn?“ waren die Kommentare der Eltern, die zu Hause die Daumen drückten und den Liveticker einer Mama, die vor Ort Bericht erstattete, verfolgten.

Die hoch gewachsenen Dresdner Mädels kamen genauso gut wie die Suhlerinnen ins Spiel und lange lagen die Mannschaften gleichauf. Mit guten Aktionen setzten sie den VfB unter Druck, konnten ihre zwingende Spielweise aber nicht aufrechterhalten.

Suhl übernahm ab der Mitte des ersten Satzes die Führung und baute sie aus, denn bei ihnen stimmte die Konzentration und die Einsatzbereitschaft. Mit 25:18 ging der erste Satz des Finales an den VfB. Mit harten Aufschlägen und unermüdlichen Abwehraktionen zogen die Suhler Mädchen dann schließlich den Dresdnerinnen den Zahn und der zweite Satz ging „verdient“ (so die Dresdner Trainerin) mit 25:12 an Lena Hoffmann, Annalena Noack, Lucy Wagner, Frieda Seeber, Maria Schilling und Florentine Arndt.

Kein deutsches Finale

Dass ein bisschen von VfB-Maskottchen Wolfi in den Suhler Spielerinnen steckt, hat man am letzten Punkt zum Turniersieg gesehen, bei dem der Ball kaltschnäuzig im Shortcut links vorn sehr kurz gespielt wurde und als der Gegner, der den Ball geradeso rettete, am Boden lag, versenkte man das Spielgerät platziert und nicht erreichbar lang in die Mitte des Feldes. Ball tot. Spiel gewonnen. Match gewonnen. Unglaublicher Jubel. „Ich bin mega stolz auf die Mädchen. Schade, dass wir uns nicht deutschlandweit messen können“, so Trainerin Annamaria Polgar. Erst ab der Altersklasse U14 dürfen Nachwuchsmannschaften an Deutschen Meisterschaften teilnehmen.

Autor

 

Bilder