Volleyball-Spitzenspiel „Nackig“ aus dem Ruhestand

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Themar baut auf „Höfs“ Qualitäten: Mittelblocker Andreas Höfer (10). Foto: /Bastian Frank

Mit gemischten Gefühlen bestreiten die Themarer Männer am Samstag das Verbandsliga-Spitzenspiel gegen Primus Sachsenbrunn.

Nur eines ist derzeit bei den Männern vom TSV 1911 Themar sicher – die Versorgung ihrer Fans beim nächsten Heimspielturnier. Das wird am Samstag, 14. Januar, ab 13 Uhr, in der Turnhalle „An der Stadtmauer“ ausgetragen. Trainer Stefan Müller war kurz davor, die Spiele gegen die Blue Volleys Gotha und Spitzenreiter Sachsenbrunn abzusagen. Zu groß sei die Verletztenliste. „Wir haben halt noch ein paar Ehemalige reaktiviert, aber mulmig ist es mir trotzdem dabei“, gesteht er. Der gastgebende Tabellendritte hätte im zweiten Heimspiel des Tages – im Spitzenspiel gegen Primus Ultramöbel Sachsenbrunn – schon seine beste Mannschaft aufgeboten. „Geht halt nicht“, winkt Müller ab und kann nur hoffen.

Dabei stehen die Themarer gar nicht so schlecht da: Dritter Tabellenplatz mit 18 Punkten, vier Spiele weniger als der Tabellenzweite 1950 Gotha (20 Punkte) und nur zwei Punkte Rückstand. „Also, mit dem Abstieg werden wir nichts mehr zu tun haben“, übt sich Müller im Sarkasmus. Der Trainer ist immer noch angefressen, nachdem vor knapp einer Woche ein Traum der Themarer platzte. Bisher waren sie nämlich die einzigen der Liga, die in dieser Saison noch nicht verloren hatten. „Wenigstens können wir jetzt noch davon träumen, die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte zu erreichen“, macht Müller seinen Haudegen Mut.

Zur Erinnerung: Vergangenen Samstag wollten die Jungs von der Werra zu Hause ihren Ungeschlagenen-Nimbus behalten. Müller hatte Frank Barfuß – liebevoll „Nackig“ genannt – aus dem Volleyball-Ruhestand zurück aufs Feld geholt. Der Oldie war übrigens einer der Besten an diesem Tag. Doch erwischte die ganze andere Crew einen rabenschwarzen Tag.

Im Eröffnungsspiel machte 1950 Gotha mächtig Wind mit seinen Aufschlägen. Die Garanten für die letzten sechs Themarer Siege – Annahme und Zuspiel – wurden wohl in der Klamottentasche in der Kabine vergessen. Weder der sonst „Spitze“ spielende Libero noch alle anderen Annahmespieler schafften es, die druckvollen Aufschläge der Gothaer zu entschärfen. Somit zeigte Themar sein wohl schlechtestes Saisonspiel und verlor mit 1:3 (17, 14, -23, 14). Trainer Müller blieb aber optimistisch: „Wir spielen hier zwar in der Verbandsliga, aber wir machen das alles als Hobby. Und wenn du halt mal mit einem gefühlt schon gebrauchten Tag hier aufspielst, kannst du eben gegen einen solchen soliden Gegner keinen Blumentopf gewinnen“, so seine messerscharfe Analyse.

Im zweiten Spiel des Tages gegen Eisenach sahen die Themarer aus der Ferne nicht wirklich besser aus, rafften sich aber zusammen und spielten bedeutend besser als im ersten Match. Als dann auch noch „Joi“ (Johannes Tautenhahn) einen super Tag als Angreifer erwischte, sorgte man wenigstens für Schadenbegrenzung – mit 3:1 (23, 14, -22, 23). Das Gästespiel gewann 1950 Gotha übrigens mit Hängen und Würgen im Tiebreak (-21, 22, 15, -25, 22).

 

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