Volleyball-Bundesliga Zuschauer erleidet Herzstillstand

Wenn Volleyball nicht mehr wichtig ist. Suhls Trainer Laszlo Hollosy bei einer Auszeit. Foto: frankphoto.de/Bastian Frank

Die Niederlage des VfB Suhl wird angesichts eines medizinischen Notfalls zur Nebensache.

Volleyball-Bundesligist VfB Suhl Lotto Thüringen hat zum Hinrunden-Abschluss mit 2:3 (23:25, 25:22, 23:25, 25:22, 13:15) gegen die Roten Raben Vilsbiburg verloren.

Gegen den Tabellennachbarn aus Niederbayern setzte Suhls Trainer Laszlo Hollosy mit Jenna Ewert auf der Zuspielposition einen von zwei Neuzugängen in der Startformation ein. Die US-Amerikanerin war zusammen mit Diagonalangreiferin Lena Kindermann erst in dieser Woche als Verstärkung für das von Verletzungen zuletzt so arg gebeutelte Suhler Team verkündet worden.

Nach knapp verlorenem ersten Satz sahen die Gastgeberinnen im zweiten nach einer 18:10-Führung schon wie der sichere Sieger aus, aber die vom ehemaligen Erfurter Coach trainierten Raben ließen nicht locker und verkürzten bis auf 23:22. Nach dem Punkt von Suhls Danielle Harbin ging der zweite Durchgang später aber doch noch an die Suhlerinnen.

Im dritten Satz musste das Spiel beim Stand von 5:5 unterbrochen werden, da einer der Zuschauer auf den Tribünen medizinisch behandelt werden musste. Ein älterer Mann hatte offenbar einen Herzinfarkt erlitten und musste wiederbelebt werden. Nachdem er wieder ansprechbar war, wurde er von Medizinern und unter dem Applaus der Zuschauer aus der Halle begleitet.

Beide Teams mussten sich von den Ereignissen erst erholen, entsprechend zäh gestalteten sich die nächsten Ballwechsel. Auch wenn es wie zuvor erneut eine ganz enge Angelegenheit war, ließen die Suhlerinnen in der Schlussphase die nötige Aggressivität vermissen und mussten diesen Satz den Gästen überlassen. Das Hin und Her des bisherigen Spielverlaufs setzte sich fort, denn der vierte Satz ging wiederum an die Suhlerinnen, die damit schon mindestens einen Punkt sicher hatten. Im anschließenden Tiebreak allerdings hatten die Raben die Nase vorn – auch wenn es nach ihrer deutlichen Führung gegen Ende hin noch einmal richtig spannend wurde. Aber das war angesichts der dramatischen Geschehnisse außerhalb des Spielfeldes jetzt völlig nebensächlich.

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