Volleyball-Bundesliga „Kriminelle“ Methoden beim VfB Suhl

Eine Volleyballerin am Netz. Auf die Engmaschigkeit wird es an Aachen ankommen. Foto: Imag

Der Tabellenzweite VfB Suhl hat in dieser Woche die Chance, sich auf den ersten Rängen der Volleyball-Bundesliga festzusetzen. Die Vorbereitung glich bereits einem Krimi.

Suhl - Ein Redaktionskollege wagte mit Blick auf diese Woche eine Prognose: „Oh, das gibt sechs Punkte für Suhl“, meinte er. Schwierig wird das auf jeden Fall, unmöglich ist es aber nicht, auch wenn Volleyball-Bundesligist VfB Suhl Lotto Thüringen am heutigen Mittwoch ab 19.30 Uhr bei den Ladies in Black Aachen antreten und am Samstag beim Schweriner SC nachlegen muss.

Was bei Geheimdiensten und in der Medizin engmaschige Überwachung heißt, hieß beim VfB Suhl in den vergangenen Tagen engmaschige Vorbereitung – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. „Jedes Prozent ist wichtig“, sagte Suhls Trainer Laszlo Hollosy über die Akribie, mit der er sein Team seit dem 27. Dezember auf den Start der Rückrunde einstimmte. Nicht alles versucht zu haben, diesen Vorwurf möchte sich der Ungar nicht machen. Im Umfeld des VfB scheute man keine Mühen und keine Kosten, um die Umstände in beiden auswärtigen Hallen bestmöglich nachzustellen. Angefangen bei der Geräuschkulisse, darf doch die Halle in Aachen trotz Corona noch maximal mit 750 Personen gefüllt sein.

Weiter über das Netz. Das Netz? Ja, denn in Aachen ist eine Werbeaufschrift in die Maschen gedruckt, dadurch ist es engmaschiger als jenes in Suhl. Anders als in der vor einigen Jahren an die Vorschriften der Volleyball-Bundesliga angepassten Suhler Halle besteht für die Aachener noch eine Ausnahmegenehmigung, sie darf deutlich dunkler und niedriger als die meisten anderen sein.

Auch wenn das Spiel am Samstag in Schwerin schon im Hinterkopf herumspuken dürfte und dort mit einem ähnlich engmaschigen Netz gespielt wird, soll der Fokus auf der Partie in Aachen liegen. „Sie sind derzeit unser härtester Konkurrent“, so Hollosy über die aktuell drittplatzierte Mannschaft von Coach Guillermo Gallardo, die den Suhlerinnen Anfang Oktober die erste Niederlage beigebracht hatte. Seitdem aber setzte der VfB Suhl zu einem Höhenflug an, der ihn, bei leicht verzerrtem Tabellenbild kurz vor Weihnachten bis auf Rang zwei führte. Der Traum von sechs Punkten ist also gar nicht so unrealistisch.

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