Volleyball-Bundesliga Badegang an der Elbe

Ulf Greiser und
Die Enttäuschung steht den Suhlerinnen ins Gesicht geschrieben: Juliette Fidon-Lebleu (links) und Anica Kutlesic.Foto: Lutz Hentschel Foto:  

Ernüchterung statt abermaliger Überraschung: Volleyball-Bundesligist VfB Suhl muss sich beim Dresdner SC klar geschlagen geben. Erschreckend vor allem die Körpersprache im ersten Satz.

Nix zu holen in Sachsen: Mit einer am Ende klaren 0:3-Niederlage (13:25, 20:25, 21:25) müssen die Volleyballerinnen des VfB Suhl Lotto Thüringen die Heimreise vom Auswärtsspiel beim Dresdner SC antreten. Der Gastgeber nimmt erfolgreich Revanche für die 2:3-Hinspiel-Niederlage in Suhl, als der VfB nach elf Jahren überhaupt mal wieder ein Ostderby für sich entscheiden konnte.

Hatten die VfB-Verantwortlichen nach dem Mittwochserfolg auf europäischer Bühne und dem Einzug ins Viertelfinale des CEV-Challenge-Cups gehofft und damit auf eine psychologisch bessere Verfassung gehofft, setzten sich die Gastgeberinnen vor über 3000 Zuschauern in der ausverkauften Margon-Arena von Anfang an durch. Schon im ersten Satz agierten die Schützlinge von DSC-Trainer Alexander Waibl sehr druckvoll und gingen über die Stationen 3:0, 8:4 und 13:7 in Führung.

Eine Auszeit von Suhls Cheftrainer Laszlo Hollosy sowie die nachfolgenden Wechsel von Eva Hodanova für die glücklos agierende Außenangreiferin Julia Brown (14:7) und auf der Zuspielposition von Yina Liu für Stammzuspielerin Jenna Ewert (15:7) brachten keine größeren Wirkungen. Die Südthüringerinnen konnten ihre Angriffschancen einfach nicht erfolgreich nutzen, die Elbestädterinnen dagegen waren hocheffizient, angeführt von Diagonalangreiferin Lara Berger, die am Ende auch als wertvollste Spielerin ausgezeichnet wurde.

Für Suhl zeichnete sich beim 9:23-Zwischenstand zunächst ein kleines Debakel ab, was mit einer Punktekosmetik auf 13:25 etwas abgemildert werden konnte. Trotzdem war Hollosy mit der kämpferischen Einstellung überhaupt nicht zufrieden, einzig Libera Yurika Bamba versuchte in der Feldabwehr zu retten, was zu retten war. Der Dresdner SC, mit der Suhlerin Sarah Straube als regieführende Zuspielerin dagegen in überragender Form, nutzte gleich den ersten seiner elf Satzbälle zum Satzgewinn.

Laakkonen mit Handicap

Hollosy stellte sein Team etwas um, brachte jetzt Mittelblockerin Anica Kutlesic für die gehandicapt ins Spiel gestartete Roosa Laakkonen und ließ die eingewechselte Hodanova für Brown auf dem Feld. Trotzdem zunächst der gleiche Spielverlauf, Dresden setzte sich erneut mit 3:0 und später 8:3 Punkten ab. Die DSC-Mittelblockerin Kayla Haneline lief gegen ihren Ex-Klub zur Höchstform auf, auch Elisa Lohmann kam als ehemalige Suhler Libera zum Einsatz, anders als die Ungarin Agnes Pallag, die das Ex-VfB-Trio, das im letzten Sommer an die Elbe gewechselt war, komplettierte. Auf Suhler Seite gelang nun aber doch etwas mehr und so kämpfte sich der krasse Außenseiter nach einer Drei-Punkte-Serie auf 7:9 heran. Nachdem Dresden wiederum auf 15:11 aus seiner Sicht konterte und Suhl eine Auszeit nahm, schafften die Harbin & Co. erneut eine Serie von drei Zählern, was wiederum Waibl zu einer Auszeit und intensiveren Teamansprache zwang.

Dresden ist besser eingespielt

Die zeigte Wirkung und Dresden konnte sich nachfolgend bereits vorentscheidend auf 20:16 absetzen. Mit der Routine einer erfahrenen Jennifer Janiska brachten die DSC-Damen diesen Vorsprung ins Ziel. Im dritten Satz lief der Spielverlauf im „Déjà-vu-Modus“ über die Zwischenstände 4:1, 8:5, 16:11 und 17:15 ab. VfB-Coach Hollosy bemühte sich mit positionsgetreuen Spielerwechseln um Ergebniskorrektur, doch mehr als auf zwei Punkte (18:20) konnte Suhl nicht mehr verkürzen. Zu harmlos das VfB-Angriffsspiel aus einer wackligen Annahme heraus. Darüber hinaus war im gesamten Spielverlauf zu erkennen, dass die Abstimmung im neu formierten VfB-Kader noch Zeit braucht, um gegen die deutschen Topteams bestehen zu können. So aber war diesmal gegen die durchaus eingespielte „DSC-Sieben“ nichts zu holen – der Vertreter aus der sächsischen Landeshauptstadt klettert nach diesem 3:0-Sieg im „Ost-Klassiker“ nach nur 76 Minuten Spieldauer auf den vierten Tabellenplatz.

„Klar haben wir mal kurz an die Niederlage im Hinspiel gedacht“, gab Dresdens Linda Bock, die den Matchball für ihre Mannschaft verwandelt hatte, zu: „Aber dann haben wir uns auf die Vorbereitung dieses Spiels konzentriert.“ Im Gegensatz zu den Suhlerinnen hatte das DSC-Team in der vergangenen Woche keine internationalen Pflichten zu erfüllen.

Die Suhlerinnen, bei denen Libera Yurika Bamba von Alexander Waibl als wertvollste VfB-Akteurin ausgewählt wurde, verharren auf Rang neun in der Tabelle. Bei fünf Punkten Rückstand auf Wiesbaden und Vilsbiburg sollte der VfB in der kommenden Woche beim VC Wiesbaden dringend wieder Punkte einfahren.

Suhl: Startformation: Harbin, Laakkonen, Delic, Brown, Fidon-Lebleu, Ewert; Bamba (Libera); eingewechselt: Hodanova, Kutlesic, Liu – Zuschauer: 3000

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