„Der Volkstrauertag ist kein verblasstes Ritual“, sagte Ute Köhler vom VdK-Sozialverband in Meiningen. Er sei Anlass, Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen, sich dabei mit Schmerz und Verlust auseinanderzusetzen. „Ohne Trauern gibt es kein Mitgefühl“ – und Mitgefühl und Verständnis könne man sehr wohl gebrauchen in diesen Tagen, wo sich die Gräben in der Gesellschaft vertieften. Das Gedenken an die Toten zweier Weltkriege und der Vertreibung verband sie mit dem Trauern um die Opfer aus der Gegenwart – „seitdem wieder Krieg herrscht in Europa“. So wie sie den Gedanken des Erinnerns und Trauerns in ihrer Rede alsbald mit der Gegenwart und dem Neuaufflammen von Feindseligkeit verknüpfte, so taten es auch Superintendentin Beate Marwede, die für die Evangelische Kirchgemeinde sprach, und Bürgermeister Fabian Giesder für die Stadt Meiningen. „Kriegsgräber sind die unumkehrbare Folge von Hass“, betonte Ute Köhler, und Hass und Ablehnung würden heute von einigen wieder geschürt. Sie forderte alle dazu auf, sich für Respekt und Toleranz einzusetzen.