Volksfest in Suhl „Die Leute sind wie ausgehungert“

Volles Haus am Samstagnachmittag beim Volksfest auf dem Platz der Einheit. Foto: /Karl-Heinz Frank

Die Schausteller sind wieder auf dem Platz der Einheit. Zuletzt waren sie 2019 in Suhl zu Gast. Kein Wunder, dass am Eröffnungstag Hochbetrieb herrschte.

Michael Bang, Erster Vorsitzender des Schaustellerfachverbandes sitzt im Kassenhäuschen seines Kindergeschäfts. An seinem Fenster rasen Feuerwehrautos und fliegende Elefanten vorbei. Drinnen sitzen quietschvergnügte Kinder. Endlich wieder. Zwei Jahre lang musste das Volksfest in Suhl wegen Corona abgesagt werden. Eine lange Durststrecke für die Schausteller, aber auch für die Kinder.

„Die Leute sind wie ausgehungert. Der Auftakt ist wirklich gut“, sagt Michael Bang am Samstagnachmittag. Wenn er heute Vier- und Fünfjährige beobachtet, mit welch großen Augen sie die Fahrgeschäfte bestaunen, dann ist ihm klar: „Denken wir mal zwei Jahre zurück. Damals konnten sie noch gar kein Karussell fahren. Und jetzt mit einem Mal ist das alles für sie möglich...“

Dass es die Schausteller nach so langer Pause geschafft haben, mit ihren Geschäften zu überleben, sei einzig und allein den Überbrückungshilfen zu verdanken. „Die haben uns über Wasser gehalten“, erzählt Bang, während er Chips für die nächste Runde auf dem Karussell verkauft. Manch einer der Kollgen habe sich zwischenzeitlich auch einen anderen Job gesucht. Die gute Nachricht: in Thüringen habe nicht einer der Schausteller Konkurs anmelden müssen.

Mit dem Aufbau der bunten Wagen und Fahrgeschäfte ist nun also ein Stück Normalität in die Suhler Innenstadt zurück gekommen. Zum ersten Mal dabei sind ein großes Wikingerschiff und eine Achterbahn. Ab 14 läuft täglich der Betrieb. „Normal machen wir 22 Uhr Feierabend. Nur am kommenden Samstag ziehen wir bei passendem Wetter bis Mitternacht durch“, verkündet Michael Bang. Dann nämlich wird bei einsetzender Dunkelheit das große Feuerwerk gezündet. Übrigens: Mittwoch ist traditionell auch weiterhin der Familientag.

Den für den Eröffnungs-Samstag angekündigten Fassbieranstich dürften einige Besucher verpasst haben. Aus terminlichen Gründen musste er eine Stunde vorverlegt werden. Die 30 Liter Gratis-Bier haben aber auch um diese frühe Stunde schon ihre Abnehmer gefunden.

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