Viernau Nicht für die Katz: Weitere Aufbruch-Tonne in Viernau

Am Freitag brachte Michael Krause von der Jagdbehörde (Mitte) die Tonne für Schwarzwildaufbruch zur Kläranlage nach Viernau, links Ordnungsamtsleiterin Silke Röser, rechts Bürgermeister Markus Böttcher. Foto: Sascha Willms

Die dritte von vorerst zehn geplanten Tonnen im Kreis für Schwarzwild-Innereien steht seit Freitag auf dem Gelände der Kläranlage in Viernau. Eine vorbeugende Maßnahme, die sich im Ernstfall auszahlen soll.

Viernau - Aufbruch in die Tonne – die Notwendigkeit der Abfallbehälter für die Innereien verendeter Wildschweine hat Michael Krause von der Jagdbehörde in den vergangenen Wochen bereits mehrfach erläutert (die Heimatzeitung berichtete). Langsam zahlen sich seine Bemühungen aus. Nach Floh-Seligenthal und Bettenhausen kam auch aus dem Steinbach-Hallenberger Rathaus die Zusage. Kaltennordheim, Oberhof und das Schmalkalder Forstamt am Standort Breitungen werden folgen.

Noch mag die blitzblanke Plastiktonne wie graue Theorie wirken, doch das könne sich täglich ändern. 200 Kilometer schätzt Krause, so nah sei die Afrikanische Schweinepest dem Landkreis bereits gekommen. Eine freilich theoretische Entfernung, von Amts wegen sozusagen. Was sie aussagt ist, dass es in dieser Entfernung einen bestätigten Fund gab.

Bestätigter Fund bedeute wiederum, ein verendetes Tier sei auf den Virus getestet worden. Für geschossene Tiere allerdings gebe es bis dahin weder eine Testpflicht, noch müssen die Jäger den Aufbruch an die Tonnenstandorte bringen, erläutert Krause. Schlicht, weil die Krankheit für den Menschen nicht gefährlich sei. Vom Auftreten der Seuche bis zur tatsächlichen Entdeckung von ASP in einem Gebiet vergehe also eine unbekannte Zeitspanne. Laut der sogenannten Wurstbrot-Theorie tragen letztlich auch Menschen zur Verbreitung bei, wenn sie unentdeckt infizierte Nahrungsmittel achtlos wegwerfen. Die seien zwar für Menschen ungefährlich, für die Schweine, die ihre Artgenossen auf diesem Wege fressen, allerdings tödlich ansteckend.

Wenn dann Jäger, Waldarbeiter – aber auch Spaziergänger und Wanderer seien zur Wachsamkeit angehalten – das erste verendete Tier im Wald entdecken, werde der Kadaver untersucht. Wird ASP nachgewiesen, tritt ein umfangreiches Maßnahmenpaket in Kraft. Am deutlichsten werde das in der Zonierung um den Fundort. In einem Radius von vier bis fünf Kilometer wird ein Zaun um die Fundstelle gezogen.

Innerhalb dieser Kernzone wird dann die Durchseuchung des Schwarzwildbestandes abgewartet, tote Tiere werden entsorgt. Um die folgende weiße Zone mit einem Radius von rund zehn Kilometer sollen ebenfalls Zäune gebaut werden, es folgt eine Pufferzone, deren Ausmaß je nach Gelände und Situation bestimmt wird. In den Revieren werde der Jagddruck erhöht.

Für all diese Maßnahmen bedürfe es vieler Helfer, Ehrenamtler und Freiwilliger. Sie können sich jetzt schon bei Michael Krause in der Jagdbehörde melden. Ein entsprechendes Formular finden Interessierte auf der Internetseite. Dort können sie sich für verschiedene Tätigkeiten eintragen und werden im Bedarfsfall von der Behörde kontaktiert. Alles auf freiwilliger Basis, wie Krause betont. Die Meldung sei mit keinerlei Verpflichtungen verbunden.

Entsorgt werden die hoch infektiösen Kadaver im Übrigen von einer Spezialfirma in Erfurt Elxleben, wo die Tierkörper nach der Behandlung pulverisiert als Zusatz im Straßenbau landen, weiß der Mitarbeiter der Jagdbehörde.

Für die Abgabe an den Aufbruchtonnen gelten derweil strenge Hygienevorschriften. Die Mitarbeiter vor Ort seien diesbezüglich unterrichtet. Ihren Anweisungen sei Folge zu leisten. Eine davon: „Die Tonnen sind ausschließlich für Schwarzwildreste und nicht als allgemeine Tierkörperbeseitigung gedacht. Der tote Wellensittich oder die verendete Katze werden hier nicht angenommen“, betont Michael Krause.

Einen Standort zu finden, sei am Ende gar nicht so einfach gewesen, erklären Bürgermeister Markus Böttcher und Ordnungsamtsleiterin Silke Röser. Er sollte nach Möglichkeit nicht im Ortskern liegen, gleichzeitig brauche es aber entsprechende Räumlichkeiten mit Warmwasseranschluss. Die Wahl sei deshalb auf die Kläranlage des Zweckverbandes an der Meininger Straße, hinter dem Ortsausgang in Richtung Schwarza, gefallen. Sie hat ab sofort montags, von 14 bis 15.30 Uhr, geöffnet, so Böttcher. Mehr Infos gibt es in der Jagdbehörde.

Kontakt zur Jagdbehörde
Wer Interesse hat, die Behörden beim Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest zu unterstützen, findet die Helferabfrage auf der Internetseite des Landratsamtes www.lra-sm.de. Das Formular zur Helferabfrage kann aber auch telefonisch oder per E-Mail angefordert werden bei: Michael Krause, Sachbearbeiter Koordinierung Jagd/ASP, Landratsamt Schmalkalden-Meiningen, Fachdienst Ordnung und Straßenverkehr, Obertshäuser Platz 1, 98617 Meiningen, Telefon: (0 36 93) 4 85 81 60 Fax: (0 36 93) 4 85 82 61 E-Mail: m.krause@lra-sm.de

Autor

 

Bilder