Viernau 30 Jahre – und kein bisschen leise

Mit Abstand und an der frischen Luft: Die Mitglieder des Viernauer Frauenchores verlieren den Mut nicht. Schließlich feiern sie in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Foto: privat

Nur zwangsläufig muss er zur Zeit ein wenig leiser sein: Der Frauenchor aus Viernau. Ausgerechnet in die Corona-Pandemie fällt nun das 30. Jubiläum. Die Geburtstagsfeier haben die Sängerinnen verschoben.

Viernau - Man mag es kaum glauben, aber den Viernauer Frauenchor gibt es nun schon 30 Jahre. Unter der Leitung von Christine Rademacher starteten 15 sangesfreudige Damen 1991 in das Abenteuer Chorgesang. Schon bald übernahm Monika Marr das Dirigat, bildete sich weiter und erhielt 1996 ihren Chorleiter-Abschluss an der Musikhochschule Weimar.

Als Vertreterinnen fungierten zeitweise Corinna Albrecht und Christine Rademacher. Neben diesen beiden gehörten in der Gründungszeit Irene Keiner und Gisela Henkel zum Vorstand. Der Chor wurde 1993 in den Chorverband Thüringen aufgenommen und ist Mitglied im Sängerkreis Schmalkalden.

In der Chronik ist seitdem eine beachtliche Zahl von Auftritten verzeichnet:

• 1991: 15 Sängerinnen heben den Frauenchor Viernau aus der Taufe

• 1994: Auftritt zum Volkskunstfest in der Kühndorfer Schlossscheune

• 1997: Erfolgreiche Teilnahme am Daniel-Elster-Wettbewerb in Meiningen, auf dem der junge Chor einen hervorragenden 3. Platz belegt.

• 1999: Gestaltung eines gemeinsamen Konzertes in Viernaus französischer Partnerstadt Montgeron mit dem dortigen Chor „Sama Veda“. Es folgen gemeinsame Liederabende mit befreundeten Chören aus Jüchsen,Exdorf, Rotterode und anderen.

• 2005: Landessängerfest in Eisenach

• 2006: Herbert-Roth-Gala im CCS Suhl

• 2007: Unterfränkisches Volksmusikfest in Höchheim

• 2010: 725-Jahr-Feier Viernau

• 2011: Benefiz-Gala zugunsten der Palliativstation des Elisabeth Klinikums Schmalkalden

• 2015: Auftritt zur Landesgartenschau in Schmalkalden

Gemeinsam mit dem Viernauer Männerchor, der mittlerweile Sängervereinigung Rennsteig-Haseltal heißt, gestalteten die Sängerinnen zahlreiche Adventskonzerte in der Viernauer Kirche, Konzerte in der Haseltalhalle Steinbach-Hallenberg sowie die Chorjubiläen.

Von Anfang an wurden neben dem Chorgesang auch Humor und Geselligkeit groß geschrieben. Und so kam der Frauenchor am Viernauer Karneval nicht vorbei. Im Jahr 1995 begannen die Karriere im Karnevalsumzug als singende Nonnen – angelehnt an den Film „Sister Act“. Seitdem ist das Filmlied „Rock my soul“ quasi zur Vereinshymne avanciert.

Legendär waren auch die Beiträge zu den damaligen Brauchtumsfesten in der „Alten Schmiede“ und den Mundartabenden der Heimatstube. Auch außerhalb der Chorproben wird es nie langweilig. Egal, ob Busfahrten, Wandertage oder Gartenfeste – die Sängerinnen haben einfach Spaß, dabeizusein. Und selbstverständlich bekommt jedes Chormitglied ein gratis „Musik-Kultur-Programm“ zu runden Geburtstagen oder sonstigen Jubiläen.

Besonders erfreulich: Auch Frauen aus der Kernstadt verstärken mittlerweile den Chor, der aktuell 23 aktive Sängerinnen zählt. Ein Dank gebührt der langjährigen Chorleiterin Monika Marr, die für die Musik lebt und es immer wieder verstand zu motivieren. Leider legte sie 2019 ihr Amt als Dirigentin aus gesundheitlichen Gründen nieder. Es folgten Chorproben im Zwei-Wochen-Rhythmus, übergangsweise mit Frank Anschütz, Ernst Buchholtz und Angelika Schmidt, die leider viel zu früh verstarb. Im September 2019 erklärte sich die freiberufliche Sopranistin Heidi Lynn Peters bereit, neben der Sängervereinigung Rennsteig-Haseltal auch den Frauenchor zu leiten. Das Ergebnis konzentrierter Probenarbeit begeisterte die Gäste des gemeinsamen Adventskonzertes am 15. Dezember 2019.

Doch dann kam die erste Corona-Welle und nichts ging mehr. Groß war die Freude, als man sich im Sommer wenigstens im Freien treffen konnte. Es wurde ein Hygienekonzept erstellt und eine Hygienebeauftragte benannt, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Die bislang letzte Aktivität war das Waldfest am „Alten Teich“ im Oktober 2020, bevor die zweite Corona-Welle kam. Wieder ging nichts mehr.

So steht auch die Feier zum 30. Geburtstag in den Sternen. Die Sängerinnen sehnen sich danach, die eingerosteten Stimmen wieder zu trainieren – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

 

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