Video statt Präsenz in der Kirche Ein Gottesdienst auf Film so, wie es ihn früher gab

Einen Weihnachtsgottesdienst wie vor zwei Jahren – das wünschen sich auch die Menschen im Pfarrbereich Benshausen. Da der wieder nicht stattfinden darf, wird eben einer produziert, den man sich zuhause anschauen kann.

Albrechts - Gerade zu Weihnachten wünschen sich viele Menschen einen Gottesdienst in den Kirchen. Aber auch in diesem Jahr ist das nicht möglich. Also haben die Mitglieder der im Pfarrbereich Benshausen – hier sind die Kirchgemeinden Benshausen, Ebertshausen, Dietzhausen, Wichtshausen und Albrechts vertreten – beschlossen, einen Weihnachtsgottesdienst zu produzieren, wie es ihn vor der Pandemie gab. Dazu haben auch alle Teile des Pfarrbereiches ihren Beitrag geleistet.

Am Sonntagmorgen waren die Albrechtser dran. Hier werden die Gottesdiensteröffnung, die Predigt sowie der Segen vor der Kamera in Mikrofone gesprochen. Und hier wird auch die Geräuschkulisse produziert, die zu einem richtigen Gottesdienst gehört. Albrechtser treffen sich auf dem Weg zum Gotteshaus, fragen, wie es denn so geht, plaudern und werden von Gemeindekirchenratsmitglied Renate Stiehler begrüßt. Drinnen hebt Gemurmel an. Schritte auf den Treppen zur Empore. Stille. Ein Lied. ... Und am Ende klingelt das Geld im Kollekte-Sammelkorb. Das alles wird begleitet von René Ehrhardt, der freiberuflicher Filmproduzent und Albrechtser ist.

Er gibt Anweisungen, korrigiert, bittet um Wiederholung. Und er nimmt drei Kinder an die leere Krippe, um sie ein paar Schnipsel aus dem Krippenspiel sprechen zu lassen. Später werden noch Fotos in den Film eingebaut. Fotos von Krippenspielen, wie sie in der Zeit vor der Pandemie aufgeführt worden sind.

Was für eine belebte Kirche. Was für eine Illusion. Das Gotteshaus wird Heiligabend leer und still sein. Lediglich zwischen 16 und 18 Uhr werden die Türen geöffnet, um den Albrechtsern eine kleine Gelegenheit zum Innehalten und für ein Gebet zu geben.

„Wir sind im vergangenen Jahr auch schon auf diese Variante ausgewichen, um den Menschen auf diese Art den Gottesdienst zu ermöglichen. Und die Resonanz war überwältigend. Ich bin noch bis in den Mai hinein darauf angesprochen worden", sagt Renate Stiehler. Das Schöne an den Filmaufnahmen sei, dass der Dramaturgie rund um die großen Eckpfeiler Weihnachten und Gottesdienst so gut wie keine Grenzen gesetzt seien.

Und die Protagonisten sind quasi die Nachbarn von nebenan. Menschen, die sich kennen und die man kennt im Ort. Etliche von ihnen haben schon im vergangenen Jahr in dem Film mitgewirkt, der den Weihnachtsgottesdienst in die Wohnzimmer der Menschen gebracht hat, die ihn ganz sicher viel lieber live in der Kirche erlebt hätten. So wie in diesem Jahr auch.

• Der Weihnachtsgottesdienst wird an Heiligabend unter www.youtube.com/user/DanielEbertTV zu sehen sein.

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