VfB Suhl vor dem dritten Finalspiel Holt Euch das Ding!

Dem VfB Suhl winkt der erste deutsche Volleyball-Meistertitel in seiner 35-jährigen Geschichte. Die Vorzeichen für den Triumph gegen Dresden könnten kaum besser sein.

Das Objekt der Begierde: Die Meistertrophäe der Volleyball-Frauen ist aus einer Kupfer-Zinn-Legierung gefertigt und ein Wanderpokal. Die Schale ist 14 Kilogramm schwer. Darauf sind die Namen der Meister samt Jahreszahl verewigt. Foto: picture alliance / dpa

Findet die wundersame Reise der Volleyballerinnen des VfB Suhl ihre Krönung mit der Meisterschaft in eigener Halle? Gelingt dem Verein nach dem Pokalsieg sogar das Double? Wird die „Festung Wolfsgrube“ zur Feierhalle bis zum Abwinken? All diese Antworten gibt es am Mittwochabend ab 19 Uhr im dritten Finalduell gegen den Dresdner SC. Die Euphorie im Umfeld des Underdogs ist ob der 2:0-Führung des VfB ebenso groß wie die Vorfreude auf den möglichen Triumph, und den nimmermüden VfB-Frauen um Erfolgstrainer Laszlo Hollosy kann man nur in Oliver-Kahn-Manier zurufen: Holt Euch das Ding, holt Euch die Schale!

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Verschworene Truppe: Die Spielerinnen den VfB Suhl. Foto: Imago/speedshot

Eine Überraschung wäre der Triumph angesichts der Leistungsstärke und Konstanz der Mannschaft sowie der Formkurve mittlerweile nicht mehr. Wie der FC Bayern München pflügt der VfB spätestens seit dem Jahreswechsel durch die Bundesliga, hat seither satte 16 Pflichtspiele gewonnen und nur zwei verloren (Europacup in Voluntari in Rumänien und Bundesliga in Schwerin). In den kniffligen Playoffs gab sich das „Wolfsrudel“ noch gar keine Blöße und gewann alle bislang sechs ausgetragenen Spiele bei 18:4 Sätzen in der Regel souverän. Nummer sieben kann nun also das Meisterstück werden.

Spielt Dresden am Mittwoch in Finale drei den Spielverderber, was durchaus denkbar ist, bleiben dem VfB noch zwei weitere Chancen zur Meisterkrönung. Andererseits: Außer im dritten Satz in Dresden, als der VfB noch eine klare 21:15-Satzführung verschenkte, dominierte Suhl beide Vergleiche klar. Die Durchgänge zwei und vier beim Auswärts-Auftritt, die 25:11 und 25:14 für Suhl endeten, glichen beide einer Vorführung.

„Wölfe jagen niemals allein“, bemühte Hollosy vor der Finalserie gegenüber der renommierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) bildlich einen Vergleich in die Tierwelt: „Sie sind nur gemeinsam stark.“ Und getreu dieser Auffassung treten die VfB-Frauen auch auf. Sie kämpfen, angeführt von Zuspielerin und Leaderin Lara Nagels, um jeden Zentimeter, um jeden Ball, um jeden Punkt. Vor allem „in unserem Revier“, wie Hollósy die Sporthalle „Wolfsgrube“ treffend nennt, ist der VfB eine Macht, wenn die eingefleischten VfB-Fans im Zusammenspiel mit den Zuschauern derart Rabatz machen, dass keine Mannschaft mehr gerne in Suhl spielt.

So sieht die Medaille für den neuen deutschen Meister aus. Foto: VBL

Die erstaunliche Erfolgsgeschichte des VfB basiert auf einem Plan mit längerem Anlauf. „Es ist sechs Jahre her, dass ich zum ersten Mal mit Alexander Mantlik sprach“, erinnert sich Hollosy gegenüber der F.A.Z. an den Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit. Der VfB-Präsident bot dem Ungar damals langfristig einen Dreijahresvertrag an, was völlig untypisch für eine Szene ist. Der Aufbau des Suhler Teams erfolgte Schritt für Schritt, die Platzierungen wurden besser und besser und erreichten mit Rang drei im Vorjahr ihren vorläufigen Höhepunkt. „Erfolg ist eine Konsequenz und kein Ziel“, bemerkt Hollosy. Vom absoluten Höhe- und Siedepunkt ist der VfB Suhl Lotto Thüringen jetzt nur noch einen Schritt und ein Spiel entfernt.

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