VfB Suhl Das geht besser

Zweikampf am Netz: Suhls Mittelblockerin Roosa Laakkonen (links) gegen die ehemalige Suhler Außenangreiferin Annick Meijers. Foto: frankphoto.de/Bastian Frank

Volleyball-Bundesligist VfB Suhl hat nach dem Sieg gegen Wiesbaden einiges aufzuarbeiten, um im Pokal-Achtelfinale zu bestehen.

Es war die Frage, die nach dem Spiel am Mittwochabend durch die Suhler Wolfsgrube über allem schwebte. Wie konnte der VfB Suhl diesen ersten Satz noch verlieren, wo der Volleyball-Bundesligist doch schon mit 17:14, 21:16 und 24:20 geführt hatte? War es danach doch so, als wollte die Mannschaft von Trainer Laszlo Hollosy den Gegner, den 1. VC Wiesbaden, dazu einladen wollen, die Angelegenheit an ihrer statt zu vollenden. Beim 27:27 hatten die Suhlerinnen bereits sechs Satzbälle vergeben, und auch der siebte sollte nicht reichen. Also ließen sich die Gäste nur dreimal bitten. Und die ganze Halle stöhnte.

Dass der VfB dieses Spiel doch noch mit 3:1 (29:31, 25:21, 25:22, 25:22) gewann, lag nicht etwa an den vielen tollen Aktionen, die die Damen um Kapitänin Vedrana Jaksetic nun präsentierten. Vielmehr zeigte sich, wie schon beim 3:2-Erfolg gegen Dresden die leistungsmäßige Geschlossenheit, auf die Suhl in dieser Saison bauen kann. „Es stimmt, das Team war heute entscheidend“, sagte Diagonalangreiferin Danielle Harbin, die diesmal nicht so oft punktete wie man es von ihr gewohnt ist. Die Vermutung, man könnte den Gegner leicht unterschätzt haben, verwiesen die Suhlerinnen und ihr Trainer allesamt ins Reich der Fabeln. „In der Bundesliga gibt es keine leichten Gegner mehr, das wissen wir“, sagte Juliette Fidon-Lebleu, die mit mehreren Punkten den drohenden Tiebreak verhinderte. „Im Volleyball passiert viel. Wiesbaden hat toll gekämpft und uns damit irgendwie unter Zugzwang gesetzt“, fügte die Französin hinzu. Auch Mittelblockerin Roosa Laakkonen, die zusammen mit Positions-KoIlegin Jelena Delic dafür sorgte, dass Wiesbaden im dritten Satz anfangs nicht weiter als einen Punkt enteilte, lernt die gegenwärtige Ausgeglichenheit der Bundesliga kennen. „Klar, ich wusste, dass die Meisterschaft eng werden wird“, so die blonde Finnin.

Sain ist enttäuscht, Hollosy nicht

„Wiesbaden wollte heute einiges zeigen, und das ist ihnen stellenweise auch gelungen“, meinte Laszlo Hollosy. Rene Sain, Suhls ehemalige Libera und heute in VCW-Diensten haderte mit dem Spiel: „Wir haben nicht das gezeigt, was wir eigentlich können, deshalb bin ich einigermaßen enttäuscht.“

Enttäuscht war Hollosy nicht. „Wir haben jetzt fünf Punkte auf dem Konto, das ist doch ein guter Saisonstart.“ Aber: „Wir selbst haben in unseren Spielen noch zu viele Wellenbewegungen drin und tun uns noch schwer damit, ein Leistungshoch über längere Zeit durchzuhalten.“

Das bisher Erreichte möchte der Ungar nur allzugern am Samstag, seinem 46. Geburtstag, im Pokal-Achtelfinale gegen Münster krönen. Dafür gibt’s keine Punkte, aber den Einzug in die nächste Runde.

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