Vesser feiert Nummer kleiner Ohne Schwarzebeerskuchen? Geht gar nicht

Das Schwarzebeersfest konnte es diesmal zwar nicht sein, aber ein schönes Sommerfest haben die Vesserer dennoch auf die Beine gestellt. Und hier kam die schwarze Beere samt Ihrer Hoheit, der Schwarzebeerskönigin freilich auch zu Ehren.

Vesser - Im vergangenen Jahr hätte das 20. Schwarzebeersfest gefeiert werden sollen. Doch das traditionelle Kuchenschlemmen wurde abgesagt. Große Feste waren noch nicht wieder erlaubt. Und auch die Beerenernte war mager. In diesem Jahr gibt es reichlich Blaubeeren, die längst zur Vesserer Nationalbeere avanciert sind, aber das Fest mit Inthronisierung der Königin, Theater und hunderten Besuchern am Kuchenbuffet kann dennoch nicht stattfinden. Die Vesserer feiern trotzdem – ein Sommerfest, das sie einbinden in den 70. Geburtstag des Rennsteigliedes. Und das wird sogar in der Kirche gesungen – zur Andacht in der Bergkirche. Ein klangvoller Start für die Wanderung mit Karin Roth. Und für das Sommerfest mit Kuchentafel. Hier gibt es diesmal keine Parade mit etwa 100 Kuchenblechen. Und doch sieht das Buffet stattlich aus und höchst appetitlich. Die Vesserer haben sich ordentlich ins Zeug gelegt, kiloweise schwarze Beeren gesammelt und etwa 20 Bleche Kuchen gebacken. Feiern in Vesser ohne Schwarzebeerskuchen? Geht gar nicht.

Die Besucher lassen sich nicht lange bitten. Sie kommen, wenn auch nicht in Scharen wie sonst. Gäste aus Leipzig sind auszumachen, aus Göttingen, aus Dresden und freilich aus Suhl und den Ortsteilen. Die Frauen und Männer vom Heimat- und Tourismusverein, vom Sportverein, von der Freiwilligen Feuerwehr und die vielen anderen Helfer freut’s. Und auch die Schwarzebeerskönigin Jana Benz sowie die kleine Prinzessin Marie (3) geben sich die Ehre.

„Im vergangenen Jahr hatte ich nur einen Auftritt und heute bin ich selbstverständlich auch dabei“, sagt Ihre Hoheit. Sie ist mittendrin im Fest, zu dem Karin Roth, Dietmar Schauerhammer und Daniel Gläser Musik und Gesang beisteuern und bei dem es sich die Gäste gut gehen lassen. Auch Familie Kuttenkeuler aus Hennef in Nordrhein-Westfalen. Wie Heike und Christian Kuttenkeuler erzählen, sei auch ihr Ort geflutet worden – kurze Zeit vor der großen Katastrophe, von der sie glücklicherweise verschont geblieben sind. „Wir haben für unseren Urlaub mit den Kindern eine Ferienwohnung innerhalb Deutschlands gesucht und in Vesser gefunden. Wir sind zum ersten Mal im Thüringer Wald und es gefällt uns gut. Wir unternehmen auch viel in der Umgebung, waren unter anderem auf der Sommerrodelbahn und haben auch schon auf der Schanze in Oberhof Skispringer beim Training beobachtet“, sagt Christian Kuttenkeuler.

Nun sind sie beim Sommerfest, das eine Nummer kleiner und gemütlicher ausfällt als das Schwarzebeersfest. Schön ist es trotz der paar Regentropfen. Die Vesserer verstehen es eben, herzliche Gastgeber zu sein und zu feiern, egal ob groß oder klein.

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