Versuchter Mord Streit in Suhl eskaliert: 60-Jährige wird notoperiert

, aktualisiert am 19.08.2022 - 15:12 Uhr

Am frühen Mittwochabend wählen Anwohner in der Suhler Aue II den Notruf. Sie sind von lauten Schreien einer Frau aufgeschreckt. Der Streit zwischen einem Paar endete in gewalttätigen Auseinandersetzungen.

 Foto: www.imago-images.de

Suhl - Die Kriminalpolizei Suhl ermittelt gegenwärtig wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Was genau geschehen ist, dazu hält sich die Staatsanwaltschaft Meiningen sehr bedeckt. Auf Fragen wird immer wieder mit dem gleichen Satz geantwortet: „Dazu kann ich im Moment nichts sagen.“ Noch, so betont Oberstaatsanwalt Jochen Grundler, stünden die Ermittlungen ganz am Anfang. Wegen möglichen Täterwissens könne man sich derzeit also nicht konkret äußern. „Zunächst müssen noch Zeugen befragt und Spuren ausgewertet werden“, erklärt er. Als Beispiel nennt er  die Auswertung von DNA-Proben, die eine längere Zeit  benötigt.

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Was war passiert? Am frühen Mittwochabend hören Nachbarn Schreie einer Frau. Sie kommen aus einer Wohnung im Elfgeschosser. Über den Notruf  fordern die Anwohner Hilfe an. Wenig später  sind zwei Rettungswagen sowie die Polizei mit einem Fahrzeug vor Ort. Mit Entsetzen beobachten die Anwohner, wie eine schwer verletzte Frau mit verbundenem Kopf aus ihrer Wohnung transportiert wird. Die Polizei berichtet von  schweren Verletzungen, die das Opfer davon getragen haben soll. Die 60-jährige Suhlerin muss demnach notoperiert werden.  

Der Tatverdächtige kann noch vor Ort durch die alarmierten Polizeikräfte widerstandslos festgenommen werden. „Durch die Staatsanwaltschaft Meiningen wurde die Tat als versuchter Mord einklassifiziert und Haftbefehl am Amtsgericht Suhl beantragt. Im Laufe des Donnerstages erfolgte die richterliche Vorführung. Es erging Haftbefehl gegen den 57-Jährigen. Er wurde im Anschluss einer Justizvollzugsanstalt zugeführt“, heißt es im Polizeibericht.

Bis einschließlich Freitag sind  Experten der Suhler Kriminalpolizei am Tatort und führen Maßnahmen der Spurensuche und -sicherung  durch.  In der Wohnung, in der die Tat geschah,  lebt die Frau mit ihrem Lebensgefährten. Erst vor etwa einem Jahr war sie  bei dem Mann eingezogen. An besagtem Abend kommt es zum Streit zwischen den Beteiligten. Dieser eskaliert derart, dass der Suhler die Frau körperlich angreift. Wie genau, das möchte die Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht öffentlich ausbreiten.

In der Nachbarschaft wird offen von psychischen Problemen des Mannes gesprochen. Staatsanwalt Grundler kann diese Behauptung  weder bestätigen noch dementieren. Hier seien die Persönlichkeitsrechte des Mannes zu schützen, betont er.  Aber: „Sollte der Mann  tatsächlich nicht  zurechnungsfähig gewesen sein, dann muss das natürlich berücksichtigt werden.“

Jetzt  müsse die Frau erst einmal von einem Rechtsmediziner begutachtet werden, um die schweren Verletzungen zu analysieren. All das würde Zeit in Anspruch nehmen. Daher sei nicht vor Mitte nächster Woche mit weiteren Details zu dem Fall zu rechnen.

Unterdessen sorgt das Geschehen in dem Wohnblock für Entsetzen. Bisher, so heißt es von den Bewohnern, habe es Vorkommnisse wie diese nicht gegeben. Eher wohne es sich in dem Haus äußerst ruhig. Weil viele Mieter schon seit dem Erstbezug im Jahr 1972 hier leben, kennt man sich untereinander.  Da sei es  ganz normal, dass man sich gerne gegenseitig hilft.

Zuletzt hatte ein Kellerbrand im vergangenen Jahr für Entsetzen gesorgt. Damals hatte ein Brandstifter in zwei der drei Wohnscheiben mehrfach gezündelt. Der Mann wurde  bei einem weiteren Versuch, Feuer zu legen, von der Polizei auf frischer Tat ertappt. Seitdem herrschte im Haus wieder Ruhe. Bis am Mittwochabend das Aufgebot der Rettungskräfte  erneut für Fragen und Unruhe sorgte.