Dass die Lage in einer Nacht im vergangenen Dezember ernst, sehr ernst war, ist früh im Ende Mai eröffneten Prozess klar geworden. Ein 33-jähriger Mann, Mechaniker, der sagt, er sei Algerier, muss sich am Landgericht Meiningen wegen versuchten heimtückischen Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Er soll, in oder auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft in Gerstungen einen mutmaßlich 19-jährigen Mitbewohner mit einem Messer attackiert haben – nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in der Absicht den jungen Mann zu töten. Der überlebte schwerst verletzt und hat vermutlich die Gegend inzwischen verlassen – bisher, heißt es, sei es nicht gelungen, ihn zu finden.