Verständnis eingefordert Das jüngste Birx-Werk dient dem Naturschutz

Rainer Jung, Roland Schmidt und Peter Büttner (von links) an der neuen Tafel an der Naturschutzwiese zwischen Benshausen und Ebertshausen. Foto: /M. Bauroth

Obwohl die schwarze Eule auf gelbem Grund darauf hinweist, dass die Wiese am Ebertshäuser Weg eine Naturschutzwiese ist, knattern Enduromaschinen darüber, Quadfahrer nutzen sie als Abkürzung

Das Breitblättrige Knabenkraut wächst hier, Kleiner Baldrian, das Gemeine Kreuzblümchen, das Sumpfblutauge und auch die immer seltener werdende Trollblume mit ihren leuchtend gelben Kugelblüten ist auf der Naturschutzwiese am Ebertshäuser Weg mit etwas Glück noch auszumachen. Eigentlich stehen all diese Schönheiten ganz unverkennbar unter der Obhut der schwarzen Eule auf gelbem Grund. Eigentlich. Denn nicht jeder sieht dieses schützenswerte Fleckchen Erde, das Teil des Naturschutzgebietes Oberes Bärental ist, auch als solches an. Immer wieder aufgefahrene Grasnarben und von Rädern durchfurchte Abschnitte zeugen davon. Ob mit Zwei- oder Vierrädern direkt darüber hinweg gedonnert oder Teile dieser besonderen Wiese als Wendeplatz genutzt, der Schaden, der damit einhergeht, ist dramatisch. Denn weder verdichtete Böden bieten den gefährdeten Pflanzen die nötige Grundlage, noch können sie sich entfalten, wenn sie immer wieder am Wachsen gehindert oder von großen Maschinen überrollt werden.

Um noch eindeutiger auf die besonderen Schätze der Natur und deren nötigen Schutz aufmerksam zu machen, hat Roland Schmidt aus Benshausen in seiner Werkstatt einen mehr als zwei Meter hohen Aufsteller aus Holz gefertigt, der wirklich nicht zu übersehen sein dürfte. Mit ihm weist er in großen Lettern darauf hin, dass die rund 2,4 Hektar große Grünfläche eine Naturschutzwiese ist. Wegen der hier noch vorzufindenden Artenvielfalt ist sie von landesweiter Bedeutung, sie bietet gefährdeten Pflanzengesellschaften Lebensraum sowie Pflanzen, die auf der Roten Liste Thüringens stehen. Auch das war bisher auf einem weiteren Schild zu erfahren, das Roland Schmidt in seinen Aufsteller integriert hat. Der Roland Schmidt, den alle Birx nennen und der mit seinen Holzarbeiten, ob nun mit Bänken oder Schildern, auf seine Art darauf hinweist, sorgsam mit Umwelt und Natur umzugehen. Und so verwundert es auch nicht, dass er auf seiner Tafel, die nun auf privatem Grund aufgestellt worden ist, zusätzlich auch einen Spruch im Holz verewigt hat. Gemeinsam mit Rainer Jung und Peter Büttner vom Thüringerwald Verein hat der große Aufsteller sichere Füße bekommen, „mit meinen Mitstreitern“, betonte Roland Schmidt beim Platzieren, „denn die braucht es, um so etwas machen zu können.“

Auch Ortsteilbürgermeister Matthias Kohl war mit vor Ort, der diese weitere ehrenamtlich geschaffene Arbeit des 84-Jährigen sehr begrüßte. „Seit Jahren sind wir dran, einen sanften Tourismus zu etablieren, auch für Gäste, die unsere Naturschutzgebiete entdecken wollen. Quad- und Endurofahrer, die den Naturschutz und dieses Bestreben mit ihrem Handeln missachten und gefährden, können wir nicht dulden“, sagte er.

Autor

 

Bilder