Versammlungsverbot im Lockdown Mit Aufgebot und Wasserwerfern vorbereitet auf mögliche Demo

it/flu

Nach Hinweisen auf einen weiteren Demonstrationszug durch die Kreisstadt Hildburghausen hat die Polizei am Montagabend Kräfte aus dem gesamten Freistaat zusammengezogen. Einsatzwagen patrouillierten im gesamten Stadtgebiet. Auch Spezialtechnik, wie zwei Wasserwerfer wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Zu Ansammlungen kam es nicht.

Hildburghausen - Zwei Wasserwerfer waren aus Erfurt nach Hildburghausen geholt und an der Feuerwehr mit Wasser betankt worden. Auf eine mögliche Demonstration in der Innenstadt hatte sich die Polizei zudem mit der Bereitstellung eines Räumpanzers vorbereitet. Am Abend fuhren die Beamten Streife durch die Kreisstadt und mit mehreren Einsatzwagen auf den Markt vor.

Eine der Streifen stelle auch eine Gruppe von zehn bis 15 Menschen auf einem Parkplatz an der Dr.-Moritz-Mitzenheim-Straße fest. Nach Polizeiangaben handelte es sich um Gegner der aktuellem Pandemieschutzmaßnahmen. Ob und in welchem Umfang Anzeigen gefertigt wurden, ist nicht bekannt. Ansonsten blieb es in der Kreisstadt friedlich.

Zu Stadtwette in sozialen Netzwerken aufgerufen

Seit Sonntag ist der lokale Lockdown im Kreis Hildburghausen noch härter. So sind unangemeldete Demonstrationen untersagt. Dennoch kursieren in den sozialen Netzwerken neue Demo-Aufrufe. Darunter eine sogenannte Stadtwette: „Wetten, dass Sie es nicht schaffen, den Stadtring von Hildburghausen im Spaziergang mehrmals friedlich zu umrunden.“

In einer neuen Verordnung gab das Landratsamt am Samstagnachmittag bekannt, dass es in der Innenstadt von Hildburghausen zur Pflicht wird, dass Fußgänger einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem werden im gesamten Landkreis Versammlungen weiter beschränkt. Unangemeldete Demonstrationen sind untersagt. Nur in Ausnahmefällen, wenn der Infektionsschutz garaniert ist und sie vier Tage vorher angemeldet worden sind, dürfen unter freiem Himmel noch Versammlungen abgehalten werden. Damit reagiert der Landkreis auf die Corona-Demo am Mittwoch, als mehre Hundert Menschen teils ohne Maske und Mindestabstand demonstriert hatten.

Aktuell liegt der Landkreis bei einem Inzidenzwert von 579,1 und somit auf Platz Zwei. Neuer Corona-Hotspot seit Montag ist die Stadt Passau mit 579,5.

Auch keine Gottesdienste

Im Kreis Hildburghausen bleibt das Verbot von Gottesdiensten bestehen. Darauf verständigte sich das Landratsamt in einem Gespräch mit Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche am Montag. Ziel ist, dass zu Weihnachten Gottesdienste wieder stattfinden können.

Auch in Schmalkalden, Meiningen und Suhl waren nach Angaben der Polizei für Montagabend sogenannte „Hygienespaziergänge“ als Protestaktionen angekündigt. Die Beamten kontrollierten auch in diesen Städten die Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen. Die Aktionen in Schmalkalden, Meiningen, Suhl seien mit geringer Teilnehmerzahl ohne Störungen verlaufen. Vereinzelt habe es Verstöße gegen die Gebote des Infektionsschutzgesetzes gegeben, die allesamt Ordnungswidrigkeitsanzeigen nach sich zogen. In Hildburghausen sei es ruhig geblieben. it/flu/cob/mh

 

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