Verkehrssicherheitstag Schmalkalden „Vorbeugen ist besser als heilen“

Welch ein Gewusel auf dem Schmalkalder Altmarkt. Der Verkehrssicherheitstag zog Vor-, Grund- und Förderschüler aus der ganzen Region an.

Schmalkalden - Juliane Danz hat die beiden Tests bestanden. Die Erzieherin der Grundschule in Fambach sauste nicht nur die Rollenrutsche hinunter, sie zeigte auch tolle Reaktionen am Stand der Kreisverkehrswacht aus dem Ilmkreis und war den Mädchen und Jungen ein gutes Vorbild. Die Kinder standen ihr diesbezüglich in nichts nach. Drittklässlerin Julie reagierte auf die Signale, die sie über ihre Augen wahrnahm und mit den Beinen umsetzen musste, einwandfrei. „Gut gemacht“, lautete die Einschätzung von Dittmar Heyder.

Im Auftrag der Kreisverkehrswacht aus dem Ilmkreis waren Heyder und sein Kollege Wolfgang Fronzeck beim gestrigen Verkehrssicherheitstag auf dem Schmalkalder Altmarkt altbekannte Akteure. „Mit den Augen sieht man die Gefahr, dann wandert das nach oben zu den kleinen Männchen im Gehirn und von dort geht die Botschaft zu euren Füßen und ihr müsst reagieren“, erläuterte die Experte und die Kinder spitzten ihre Ohren. Magdalena saß auf dem Radsimulator und bewährte sich.

Derweil standen sieben Oberschönauer Vorschüler am Verkehrs-Glücksrad an und nannten die abgebildeten Verkehrszeichen. Nils fragte sich, was wohl ein Dynamo ist. „Eine Maschine, die Bewegung in elektrischen Strom verwandelt – beim Fahrrad sorgt sie dafür, dass die Lampe leuchtet“, erklärte Hans-Günther Weisheit. Als Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Schmalkalden-Meiningen weiß er aber auch, dass heutzutage vermehrt batteriebetriebene Leuchten am Rad für Licht sorgen. „Es gibt aber auch Nabendynamos“, sagte er. Beim Beschriften des verkehrssicheren Fahrrads musste man schon nachdenken. Das funktionierte trotz des Gewusels auf dem Altmarkt aber recht gut.

Aufmerksam waren auch Laura, Melina, Kim und Hannah – die Viertklässlerinnen bekamen am Gurtschlitten große Augen. Hans-Günther Weisheit ließ einen supergroßen Teddybären einmal angeschnallt und einmal gelockert die geneigte Ebene hinuntersausen. „Also ich war im Auto immer angeschnallt – da haben meine Eltern aufgepasst“, sagte Laura und die drei Mädels riefen sofort: „Wir auch!“ Das imaginäre Sich-Anschnallen hatten alle Kinder zu Beginn des Verkehrssicherheitstages gemeinsam geübt. Verkehrszauberer Matthias agierte auf der Bühne mit seinem Freund Tapsi, dem Bären und wollte von der Kinderschar wissen, ab wann man im Auto vorne sitzen darf. „Mit 12!“, schrien die Kinder im Chor und fügten sofort hinzu: „Oder wenn man 1,50 Meter groß ist.“ Der Daumen des Verkehrszauberers ging nach oben.

Natürlich kannten sich die Mädchen und Jungen auch in Sachen Ampel bestens aus. Großen Spaß hatten alle Vor-, Grund- und Förderschüler aus der Region beim Absolvieren der verschiedenen Parcours. Die Größeren durften selbst entscheiden, wo sie beginnen – kleinere Kinder zogen mit ihren Klassen von Station zu Station. Laura und Melina blätterten in Infobroschüren. Enya und Ron testeten die Rollenrutsche. Dort herrschte eine ebenso lange Schlange wie bei den Quads für Kids. Auch in den imaginären Formel I Wagen wollten alle klettern.

Am beliebtesten aber waren die Stangen, an deren Ende riesige Schaumgummipolster befestigt waren. Sobald zwei Kinder das Luftkissen betreten hatten, schlüpften sie in die Rolle von Gladiatoren. Sinn macht das Spektakel, weil dabei bestens das Gleichgewicht geschult wird. Überhaupt war die gute Reaktion, die im Straßenverkehr eine sehr große Rolle spielt, beim Verkehrssicherheitstag an jeder Station ein Thema. Die zu bewältigende Fahrrad- und Rollerstrecke beinhaltetet auch einige knifflige Details. „Es macht großen Spaß“, sagte Zweitklässlerin Maria.

Kaya, Lea, Emil, Niclas und Lenny mussten unbedingt vor dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Stützpunktfeuerwehr fotografiert werden. Natürlich spitzten sie die Ohren, als Wehrführer Torsten John die darauf angeordnete Technik erklärte. „Kurz nach der Wende haben wir mit den Verkehrssicherheitstagen begonnen“, erinnerte sich Hans-Günther Weisheit. Jetzt seien sie gute Tradition und sehr beliebt bei den Kindern. Weisheit selbst erklärt Reaktionstestgeräte und lobte die vielen Partner, die alle an einem Strang ziehen.

Kinder für den Straßenverkehr zu sensibilisieren, ist das große Ziel der mit ihren jährlich stattfindenden Verkehrssicherheitstagen. Fest nämlich steht: „Vorbeugen ist besser als heilen.“ Und genau das hat die Kreisverkehrswacht mit ihren freiwilligen Helfern gestern auf dem Schmalkalder Altmarkt bewiesen.

 

Bilder