Vereinstreffen Kaputtes Porzellan und Erinnerungen

Klaus-Ulrich Hubert

Henneberg-Porzelliner treffen sich am Montag, 6. März, im Vereinsstützpunkt in der Ilmenauer Goethepassage. Dort soll es um neue Errungenschaften und alte Bekannte, wie Betriebszeitungsredakteur Harry Wiegand gehen.

Harry Wiegand Foto:  

Ab 18 Uhr ist am kommenden Montag, 6. März, wieder bei Kaffee und Gebäck geselliger wie informativer Treffpunkt im Vereinsstützpunkt Goethepassage (Nordflügel) angesagt. Ursprünglich sollte diesmal der „Erzählsalon“ (Rohnstock-Biografien Berlin) Geschichten und Erinnerungen früherer Henneberg-Porzelliner zutage fördern, um sie später in Buchform der heutigen Öffentlichkeit und der Nachwelt zugänglich zu machen. Die Termine dafür mussten zunächst verschoben werden.

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Aktuell und mit Blick auf das diesjährige Jubiläum „50 Jahre Inbetriebnahme des neuen Porzellanwerkes Graf von Henneberg“ wird es im informellen Teil der Zusammenkunft um den Stand und teilweise behördliche Auflagen der Einladungen an frühere Vertragsbeschäftigte von Kuba, Polen, Ungarn bis Vietnam gehen.

Ebenso will der emsig zu Zeitdokumenten verschiedener Henneberg-Porzellan-Epochen vordringende Vorsitzende Michael Kühnlenz über neue Errungenschaften für die Vereins-Ausstellung zur Ilmenauer Porzellan-Historie informieren. „Was 84 Jahre nicht zerstören konnten, wurde jetzt durch unprofessionellen Paketversand kaputtgemacht“, so Kühnlenz über das Art-déco-Mokkaservice von Henneberg des Jahres 1939. Als Erbstück aus dem früheren Ilmenauer Musikhaus Karla Böhme legte es einen weiten Weg zurück, bevor es jetzt – transportgeschädigt – in den Vereinsbesitz überging. Scherben bringen nicht zwingend Glück, sagte man sich im Vorstand und beseitigte die Schäden mit einem hochfesten Spezialkleber.

„Aber nicht mit Uhu“, hätte Harry Wiegand aus Wildenspring schmunzelnd gesagt. Der erste Betriebszeitungsredakteur des „Henneberg Report“ ab 1973 hatte seinem Nachfolger ab 1979 einst den nachhaltigen Spitznamen „uhu“ aufgedrückt. Im Vorjahr nahezu zeitgleich mit seiner Frau verstorben, war der spätere Ilmenau-Lokalredaktionsleiter von Freies Wort mit dem Zeitungskürzel „harwieg“ stets auch ein romantischer Naturbeobachter und (Zitat) „Tagesschriftsteller“ in kurzen episodischen Erzählungen wie in Lyrik. Über 300 Gedichte hatte Harry Wiegand geschrieben. Von beidem, aus der Aufbewahrung durch die Schwiegertochter Andrea Wiegand dem Verein zur Verfügung gestellt, gibt es kommenden Montag unterhaltsame Leseproben.

Auch der frühere Bereichsleiter für sämtliche Transportfragen des Porzellanwerkes mit einst über 2000 Beschäftigten, Winfrid Acker aus Jena, wird noch einige zeitgenössische Episoden zum Besten geben.