Vereinsleben Neu aufgestellt und Kurs korrigiert

Schatzmeister Timo Gallmüller, Vize Andreas Panke und Vorsitzender Tommy Hehnke bilden den neuen Vorstand des Fördervereins. Foto: Sascha Willms

Eigentlich wollte der Förderverein Sport+Freizeit bereits 2020 einen neuen Vorstand wählen – dann kam Corona. Nun gibt es einen neuen, schmaleren Vorstand, der den Verein breiter aufstellen will.

Steinbach-Hallenberg - Als Markus Böttcher 2019 zum Bürgermeister gewählt wurde, war er bereits Vorsitzender des 2017 gegründeten Vereins zur Förderung der Sport- und Freizeitentwicklung im Haselgrund. Eine ungünstige Konstellation, hatte doch der Förderverein mit seinen zahlungskräftigen Großspendern im Hintergrund das Millionenprojekt Kunstrasenplatz in Herges-Hallenberg maßgeblich realisiert. Bauherr blieb aber die Stadt, sodass die Verflechtung von Verein und Verwaltung mit dem Wahlergebnis allzu eng geworden war.

Früh war das im Verein klar, doch die Pandemie verhinderte die turnusmäßige Vorstandswahl im vergangenen Jahr. Die sei mittlerweile nachgeholt worden, teilt Unternehmer Tommy Hehnke mit, der zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. In den nunmehr nur noch dreiköpfigen Vorstand wurden neben Hehnke der 50-jährige Veranstaltungstechniker Andreas Panke aus Unterschönau als zweiter Vorsitzender sowie Timo Gallmüller als Schatzmeister gewählt. Eine gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung dürfte gewährleistet bleiben, denn Gallmüller ist seit vergangenem Jahr Hauptamtsleiter in Steinbach-Hallenberg.

Neben Markus Böttcher, der dem Verein als Kassenprüfer erhalten bleibt, zog sich auch Stefan Menz aus der Vorstandsarbeit zurück. Die Verschlankung soll auch Ausdruck der effizienten Arbeit des Vereins sein, der alle Kraft in die Vereinsunterstützung legen will. Dieses Anliegen den Menschen im Haseltal zu vermitteln, sei in der Vergangenheit nicht immer gelungen, gesteht Hehnke. Daher sei nun auch der inhaltliche Kurs korrigiert worden.

Das Großprojekt Kunstrasenplatz sei nur durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Steinbach-Hallenberger Fußballverein möglich geworden. Das könnte mitunter den Anschein erweckt haben, als sei der Förderverein ein Fußballanhängsel, schätzt Hehnke. Dem sei nicht so.

Mittlerweile sei das Projekt auch buchhalterisch abgeschlossen, es gebe keine Verbindlichkeiten des Vereins gegen die Stadt mehr. Um das in der Außenwirkung deutlich zu machen, beschlossen die Mitglieder, nun auch die Werberechte an der Johannes-Menz-Arena an den Fußballverein abzutreten. Zwar gebe es noch vertragliche Bindungen, aber die Verquickung der beiden Vereine stehe nicht mehr im Vordergrund. Stattdessen soll der Fokus nun noch stärker auf die Unterstützung möglichst vieler Vereine und Gruppen im Haseltal gelenkt werden. Angedacht sei dazu die Erweiterung des Vereinszwecks auf die Bereiche Kultur- und Brauchtum.

Dass solche Projekte funktionieren, habe das bereits 2019 angeschaffte Festzelt gezeigt, das Vereine aus dem Haselgrund zu besonders günstigen Konditionen mieten können. Nur die Corona-Pandemie verhindert bisher, dass das Haseltalzelt zum Erfolgsschlager wird. Anfragen von Vereinen gebe es zur Genüge, denn die Zeltmiete sei der Knackpunkt für die Finanzierung von Vereinsfesten, weiß er. Leider liege das mit Sponsorengeldern angeschaffte Zelt seit zwei Jahren nahezu ungenutzt im eigens dafür umgebauten Fahrzeuganhänger.

Alle Hoffnungen richten sich nun auf den Zeitpunkt, ab dem Veranstaltungen und Projekte wieder möglich sein werden. Denn von denen habe der Förderverein Sport+Freizeit noch mehr in der Schublade. „Für 2022 haben wir ein Jugendprojekt geplant, mit dem wir aber erst an die Öffentlichkeit wollen, wenn wir wissen, dass wir es umsetzen können“, so der Vorsitzende weiter. Ziel sei, der Jugend im Haselgrund mehr Gehör zu verschaffen und Vorhaben umzusetzen, die sie auch wirklich wollen. Was das ist, könnten beispielsweise die Mitglieder im gerade gegründeten Jugendbeirat der Stadt erarbeiten. Bei der Umsetzung könne der Förderverein zuweilen aber unbürokratischer und schneller helfen, als eine öffentliche Verwaltung.

Auch Veranstaltungen, wie das Oktoberfest, bleiben ein Thema. Es gebe bereits Ideen für ein neues Format. Auch hier müsse man abwarten. „Mit Corona hat eine neue Zeit begonnen, die Uhren werden gerade erst neu gestellt“, so Tommy Hehnke.

Zentrales Anliegen bleibe es, die Mitglieder weiterer Vereine vom Leitgedanken „Verein der Vereine“ und der Mitgliedschaft im Förderverein zu überzeugen.

Mit kleinen Schritten gehe es aber voran, gerade erwäge der Schachclub Rochade den Beitritt. Den Schachspielern konnte ein Zimmer im Vereinsgebäude an der Spielwiese zur Verfügung gestellt werden. Rund einem Dutzend Vereinen im Haseltal wurde außerdem die Coronahilfe des Fördervereins zuteil. „Wir haben insgesamt 5000 Euro ausgezahlt, vor allem an Vereine, die sich im gesellschaftlichen Leben engagieren und die es derzeit besonders schwer haben“, sagt Tommy Hehnke. Unter den Empfängern seien zum Beispiel die Viernauer Fußballer, die „Hot Sticks“ oder die Karnevalisten.

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