Vereinsförderung Gefördert wird nicht nur finanziell

Die Stadtverwaltung unterstützt die Ilmenauer Vereine bei Veranstaltungen und wird auch selbst mit Bühnen aktiv – wie hier beim Altstadtfest. Foto: /Andreas Heckel

Für die Vereinsförderung und zur Unterstützung von Veranstaltungen stellt die Stadt jährlich eine sechsstellige Summe zur Verfügung. Coronabedingt waren es im vergangenen Jahr aber weniger Ausgaben.

Ilmenau - Die Stadt Ilmenau hat im Jahr 2020 zahlreiche Vereine und Akteure bei der Umsetzung von Veranstaltungen und Aktionen unterstützt. „Das städtische Leben wird durch die verschiedensten Vereine, Akteure und Veranstaltungen geprägt und gestaltet – so auch in Ilmenau. Die unterschiedlichen Initiatoren setzen sich mit Begeisterung für ihre Projekte ein und stecken Arbeit und Aufwand in die Planung und Umsetzung“, teilt die Stadtverwaltung auf der Internetseite der Stadt Ilmenau (und kürzlich auch im Amtsblatt) mit.

Viele Vereins-Projekte und Veranstaltungen, heißt es von der Stadtverwaltung weiter, wären ohne diese Förderung gar nicht oder nur in kleinerem Rahmen möglich. Unterstützung bei der Veranstaltungsumsetzung gibt die Stadt durch die jährliche Auszahlung von Fördergeldern, das Investieren von Arbeits- und Maschinenstunden sowie Arbeitsmaterial und technische Mittel, heißt es aus dem Rathaus.

2020 half die Wirtschaftsförderung der Stadt Ilmenau Vereinen und Initiativen vorrangig im Bereich der Innenstadt mit Haushalts-Geldern. Doch viele Veranstaltungen waren 2020 wegen der Coronapandemie nicht umsetzbar und mussten auf das Jahr 2021 verschoben werden. Lediglich die Fairtrade-Stadtrallye konnte im Oktober umgesetzt werden, für dieses Vorhaben erhielt die Fairtrade-Steuerungsgruppe einen Zuschuss von 800 Euro.

Die neugestaltete Innenstadt-Förderrichtlinie mit einer Auszahlungssumme in Höhe von 20 000 soll ehrenamtliche Vereine und Akteure unterstützten, die Veranstaltungen zur Belebung der Innenstadt umsetzen wollen. Anfragen für diese Innenstadtfördermittel gab es in Höhe von 6500 Euro vom Verein Attraktives Ilmenau, dem Ilmenauer Karnevalklub IKK und dem TU-Kammerchor, teilt die Stadtverwaltung mit.

Darüber hinaus unterstützte die Wirtschaftsförderung der Stadt aber auch Initiativen in organisatorischer Hinsicht. Dies war der Fall beim beim 2020 zum zweiten Mal umgesetzten Heimatshoppen, der Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen und der Übernahme von Plakatierungsanträgen und -kosten für den Tag des Glasapparatebaus und den Tag der offenen Tür am Staatlichen Berufsschulzentrum. Und: Die Wirtschaftsförderung bot Hilfsmaßnahmen für die Händler während der Coronapandemie an. So gab (und gibt) es eine Website, auf der über Liefer- und Abholangebote lokaler Anbieter informiert wird. Die Aktion „Parken frei ab 3“ wurde ins Leben gerufen, bei einem von der Wirtschaftsförderung initiierten Facebook-Gewinnspiel auf dem Profil des Oberbürgermeisters Daniel Schultheiß konnten Gutscheine und der Ilmenauer Händler und Gastronomen gewonnen werden.

Auch das Ordnungsamt unterstützte 2020 Vereine, Einzelhändler sowie im Bereich des Gewerbewesens die umgesetzten Märkte. „Durch die Befreiung von Parkgebühren in den Sommermonaten und aktuell im Rahmen der Aktion Parken frei ab 3 auf den städtischen Parkplätzen verzichtete die Stadtverwaltung Ilmenau auf Einnahmen in Höhe von rund 9 000 Euro“, heißt es in dem Schreiben auf der städtischen Internetseite. Pandemiebedingt wurden ab März 2020 keine Sondernutzungsgebühren für Auslagen und Bestuhlungen vor Geschäften in der Innenstadt erhoben, wodurch die Händler weiter entlastet werden sollten. Dazu habe auch die reduzierte Erlaubnisgebühr für verkehrsregelnde Maßnahmen im Straßenverkehr beigetragen. Das Ordnungsamt hilft zudem Vereinen und bei der Beantragung von Veranstaltungen oder Sondernutzungserlaubnissen. Die Korrektur von Anträgen und persönliche Kontaktaufnahme zum Antragsteller würden laut Stadtverwaltung jährlich viel Personalaufwand verursachen. Bei der Umsetzung von Veranstaltungen kontrollieren Ordnungsbeamte außerdem, dass die Parkordnung eingehalten wird.

Das Kultur- und Sozialamt hat im vergangenen Jahr hauptsächlich Vereine, Veranstalter und soziale Einrichtungen finanziell Unterstützt. Der Bachchor Ilmenau hätte 2600 Euro für das Weihnachtsoratorium sowie für sein Requiem- Format erhalten, die Veranstaltungen mussten aber entfallen. Der Verein Kulturelle Koordinierung (KuKo) hatte Förderanträge eingereicht – unter anderem für Lesungen, Ausstellungen und kulturelle Begegnungen, die Folktage und das Streetfood-Festival an der Fischerhütte – und hätte für diese Vorhaben etwa 5000 Euro bekommen.

Der Rodaer Kleinkunstverein erhält für Veranstaltungen im eigenen Haus jährlich 1500 Euro. Für das Senioren-Kickelhahnfest, das im August nach dem Kickelhahnfest vom Verein Attraktives Ilmenau organisiert worden wäre, hätte es finanzielle Unterstützung von 1500 Euro gegeben. Für diese Veranstaltung wäre ein Festzelt im Wert von 4000 Euro von der Stadtverwaltung organisiert und aufgebaut worden.

„Auch Projekte im sozialen Bereich können eine Förderung durch die Stadt Ilmenau beantragen“, heißt es aus dem Rathaus. Die Anforderungen hierfür sind in der „Richtlinie zur Förderung von Wohlfahrtsverbänden, karitativen Organisationen und Gruppen und anderen Vereinen im Sozial-, Jugend-und Gleichstellungsbereich“ nachzulesen. Der Verein für Sport und erlebnisorientierte integrative Sozialarbeit (VSS) hatte Förderungen für die Ferienfreizeit oder die Ausstattung und Renovierung des Jugendclubs Oase beantragt und hierfür 8000 Euro bekommen. Für die Ausgestaltung von Beratungen und Treffs im Hochhausclub Lebensfreude bekam der Verein „Frau Aktiv“ 9000 Euro.

Das Marienstift Arnstadt, Träger der Tafel und Teestube Ilmenau sowie des Jugendclubs „Lawi“, erhielt Fördermittel in Höhe von 17 000 Euro für die Tafel und 1500 Euro für den Jugendclub. Beträge zwischen 1000 und 2000 Euro erhielten Vereine wie der VdK Ortsverband Ilmenau/Langewiesen für die Gestaltung von Vorträgen, das Kultur-und Begegnungszentrum für die Sommerfreizeit, die AWO für die Seniorenbegegnungsstätte „Pörlitzer Höhe“ oder der Verein Attraktives Ilmenau für seine Kinderweihnacht.

Die Jugendfeuerwehren in Ilmenau und den Ortsteilen bekommen pro Nachwuchsmitglied 20 Euro und erhielten somit insgesamt eine Förderung in Höhe von 4000 Euro. Diese Unterstützung diene der Umsetzung von Veranstaltungen oder Vereinsfahrten für die jungen Feuerwehrleute, begründet die Stadtverwaltung. Darüber hinaus gibt es fest eingeplante Förderungen für verschiedene Projekte und Veranstaltungen: Der Treffpunkt Regenbogen bekam 2020 einen Zuschuss von insgesamt 50 000 Euro für das Frauen-und Familienzentrum sowie das Mehrgenerationenhaus am Wetzlarer Platz (Alte Försterei). Der Tierpark im Schülerfreizeitzentrum wurde mit einer Summe von 48 000 Euro unterstützt, das Kultur-und Begegnungszentrum Ilmenau erhielt 26 000 Euro für seine integrative Kinder- und Jugendprojektarbeit.

Die alle drei Jahr organisierte Lange Nacht der Technik der TU Ilmenau wurde zuletzt 2019 mit 25 000 Euro gefördert. Studentische Initiativen wie das Ilmpuls-Festival, das Film-Leben-Festival oder die ISWI erhalten nach Angaben der Stadtverwaltung zur Umsetzung ihrer Veranstaltungen jeweils 4000 Euro pro Veranstaltungszeitraum. Mit dieser Förderung würden vor allem Betriebs-und Mietkosten abgedeckt. 2020 mussten diese Veranstaltungen aber ausfallen.

Auch das Gabelbachbergrennen hätte 7000 Euro Fördermittel erhalten. Weiterhin konnten Vereine und Bildungsträger für die Nutzung der Festhalle Zuschüsse beantragen, hierfür waren 6000 Euro vorgesehen. Insgesamt war im kulturellen und sozialen Bereich eine Fördersumme von 213 000 Euro eingeplant, heißt es aus dem Rathaus. Wegen der Coronapandemie wurden 2020 aber vor allem im Veranstaltungsbereich weniger Fördermittel ausgezahlt beziehungsweise von den Veranstaltern an die Stadtverwaltung zurückgezahlt, so die Stadtverwaltung.

Das Sport-und Betriebsamt fördert Projekte und Veranstaltungen vor allem durch den Einsatz von Personal und Gerätschaften, aber auch finanzielle Zuschüsse werden im sportlichen Bereich gewährt. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 35 500 Euro als Förderung an sportlich orientierte Vereine ausgezahlt. Weiterhin erhielt der Fanfarenzug 6000 Euro für Betriebskosten, die Schützengesellschaft 3500 Euro für die Bewirtschaftung ihres Vereinsgebäudes und der Wintersportverein WSV Ilmenau 4000 Euro zur Unterstützung der Bewirtschaftung des Skilifts und der Vereinshütten. Investiv wurde der Pferdesportverein Oberpörlitz für die Sanierung des Außenreitplatzes in den kommenden Jahren mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro gefördert.

Jedes Jahr unterstützt das Sport-und Betriebsamt viele Veranstaltungen durch den Verleih und Transport von Markthütten, die Ausstattung des Marktgeländes mit Strom oder der Aufbau von Bühnen und technischen Anlagen. Hierfür fallen jährlich rund 2400 Arbeits- und 300 Fahrzeugstunden an, umgerechnet entspricht das einem Wert von etwa 80 000 Euro. Beispielhaft leistet das Sport-und Betriebsamt beim Downhill-Cup viele Aufbau-und Transportleistungen durch das Aufstellen von Hütten, das Beibringen von Absperrmaterial und die Sicherung der Stromversorgung, das Mähen von Hang und Wiese auf dem Veranstaltungsgelände sowie der Transport der Fahrer während des gesamten Downhill-Wochenendes. Auch für die Abfallentsorgung sorgt das Sport-und Betriebsamt und stellt Container zur Verfügung, auch hierfür werden die Kosten übernommen. Um die Sperrung der öffentlichen Straßen kümmert sich der hinter dem Downhill-Cup stehende Verein selbst, wird aber auch hier mit einer Summe von 5000 Euro unterstützt.

Den höchsten Anteil an Personal-und Fahrzeugstunden verursachen die mehrtägigen und auch teilweise nur an einem Tag stattfindenden Weihnachtsmärkte in der Kernstadt und den Ortsteilen mit 33 400 Euro. Und auch der vom Verein Attraktives Ilmenau ausgerichteten Kinderweihnacht wurden verschiedene Ressourcen bereitgestellt. So stattete das Sport-und Betriebsamt das Gelände am Apothekerbrunnen gratis mit einer Hütte, Schnee aus der Eishalle, Strohballen und Weihnachtsgrün aus und die Stromversorgung wurde im Veranstaltungszeitraum eingerichtet. Und das Thema Weihnachten bindet das Sport-und Betriebsamt zusätzlich besonders durch die Dekoration der Straßen in der Kernstadt und den Ortsteilen. Das Aufstellen der Weihnachtsbäume dauert mehrere Tage und verursacht Kosten von 7000 Euro, das Anbringen der Weihnachtsbeleuchtung noch einmal rund 30000 Euro.

Die Mitarbeiter des Bauhofes brachten in den Wochen vor den Feiertagen Beleuchtung und Dekoration an den Weihnachtsbäumen, Straßenlaternen und Abhängungen an und auch die Reparatur und Ersatzbeschaffung von Leuchtmitteln fällt in diesen Aufgabenbereich. Nach den Festtagen machten sich die Mitarbeiter an den Rückbau von Dekoration, Beleuchtung und Weihnachtsbäumen. Da in dem Zeitraum auch Leistungen im Winterdienst anfallen, steht das Sport-und Betriebsamt vor einer doppelten Herausforderung.

Damit die die unterschiedlichen Förderungen und Fördermöglichkeiten noch stärker in der Öffentlichkeit spürbar werden, wünscht sich die Stadtverwaltung seitens der begünstigten Vereine und Akteure, dass noch intensiver als bisher auf die Unterstützung durch die Stadt Ilmenau hingewiesen wird. Dies soll vor allem durch von der Stadtverwaltung erstelltes und an die Geförderten verteiltes Werbe- und Informationsmaterial geschehen. Bei Veröffentlichungen auf Websites, Flyern und Plakaten und sämtlichen Druckwerken ist ein Hinweis auf die Förderung durch die Stadt vorgesehen. Um bei Veranstaltungen eine stärkere Verbundenheit zwischen der Stadt und den geförderten Projekten zu zeigen, können Vereine und ehrenamtliche Akteure von der Stadtverwaltung leihweise Beachflags oder Banner erhalten, teilt man im Ilmenauer Rathaus mit. jcm/app

Auch im Jahr 2021 stehen Fördermittel und Leistungen der Stadtverwaltung von rund 400.000 € für die Vereine und Initiativen bereit, damit diese auch künftig Projekte und Veranstaltungen in und für Ilmenau ausrichten können

 

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