Kein Alleinunterhalter Verbandstag des Thüringer Fußballverbandes

Der alte (links) und der neue Präsident: Dr. Wolfhardt Tomaschewski (links) und Udo Penßler-Beyer. Foto: TFV

Udo Penßler-Beyer aus Bollstedt ist der neue Präsident des Thüringer Fußballverbandes (TFV). Der Vorstand und seine Ausschussmitglieder wurden am Samstag erstmals online gewählt.

Erfurt - Als der scheidende Präsident, Dr. Wolfhardt Tomaschewski, den Corona-bedingt verschobenen Verbandstag des TFV am Samstag um 9.30 Uhr eröffnete, da warteten auf die Delegierten Neuerungen: Erstmals in der Verbandshistorie fand eine Konferenz des höchsten TFV-Organs online statt. Und diese Technik habe reibungslos funktioniert; auch die Nutzer hätten mit der Handhabung kaum Probleme gehabt, befand TFV-Geschäftsführer Thomas Münzberg. Außerdem votierten die Delegierten ob der Fülle der Beschlussvorlagen für eine Zweiteilung des Verbandstages. Eine kluge Entscheidung, denn schon dieser erste Teil am Samstag dauerte fast fünf Stunden.

Neben den Berichten der einzelnen Vorstände und Ausschüsse ergriff auch der scheidende TFV-Präsident das Wort: „Es war mir eine Ehre und Freude“, lobte er die Arbeit mit seinen Mitstreitern. Ohne Umschweife sagte er auch: „Nicht alle Entscheidungen waren richtig. Und eine Entscheidung zu korrigieren, ist keine Schwäche“, so Tomaschewski, der sich auf die Kursänderungen im vergangenen Jahr bezog, die Saison nicht fortzusetzen, sondern nach Protesten abzubrechen.

Dann standen zwei Anträge zu Änderungen der Satzung auf der Agenda: Keine Mehrheit fand der Vorschlag des Vorstandes nach Installierung eines dritten Vizepräsidenten. Dagegen stimmten die Delegierten mit klarer Mehrheit dafür, dass das Führen von Wahlämtern in Personalunion nicht zulässig ist. Diese Regelung greift jedoch erst mit den Neuwahlen zu den KFA und den Verbandsorganen.

Keine unwichtige Botschaft sandte auch der scheidende Schatzmeister, Harry Wiesner, in die Online-Runde: Der TFV sei finanziell stabil durch die Krise gekommen. Auch im Jahr 2021 sehe er keine Probleme, obwohl noch nicht klar sei, wie die Höhe der Zuschüsse in diesem Jahr ausfallen werde. „Wir haben keine Schräglage“, betonte Wiesner, der dieses Amt 17 Jahren bekleidete.

Nun trat Wolfgang Schäfer (SV Westring Gotha) in den Ring – als Moderator und damit Leiter der Wahlen, die er mit großer Souveränität meisterte. Und so wurde Udo Penßler-Beyer, Direktor des Mühlhäuser Tilesius-Gymnasiums, als einziger Kandidat zum neuen Präsidenten gewählt. Da im Präsidium auch in der kommenden Wahlperiode nur zwei Vizepräsidenten fungieren werden, stellten sich mit Stefan Heiderich und Mike Noack sowie Bertram Schreiber und Sven Wenzel jeweils zwei Bewerber für die Ämter 1. und 2. Vizepräsident. Dabei setzten sich Noack (1. Vizepräsident/70 Stimmen) gegen Heiderich (14) sowie Schreiber (2. Vizepräsident/43) gegen Wenzel durch. Für Lutz Scherf, den neuen Schatzmeister, votierten 95,1 Prozent. Die prophezeite Dreier-Kampfabstimmung um den Vorsitz des Breitensportausschusses wurde zu einem Duell, da Ulrich Hofmann seine Kandidatur zurückgezogen hatte. So gewann Ortwin Schmeling gegen den bisherigen Ausschusschef, Karl-Heinz Schütz, mit 50 zu 32 Stimmen. Da auch Christian Gehret seine Bewerbung als Vorsitzender des Verbandsgerichts zurückgezogen hatte, stellte sich mit Jens Krauße der bisherige Vorsitzende der Wiederwahl und bekam eine satte Mehrheit.

In seinen Schlussbemerkungen erklärte der neu gewählte Präsident: „Ich werde kein Alleinunterhalter sein.“ Außerdem betonte Penßler-Beyer: „Unsere Hauptaufgabe wird es zunächst sein, den Spielbetrieb wieder in geordnete Bahnen zu lenken.“ Und dann steht ja auch schon Teil zwei des Verbandstages an – mit knapp 140 Anträgen zu den Ordnungen. Geplanter Termin einer möglichen Präsenzveranstaltung ist Samstag, der 15. Mai. hag/fri

 

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