Veranstaltungstipps Theaterpremieren, Herbst-Rummel und eine leuchtende Stadt

Antje Kanzler
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Der Veranstaltungskalender für Meiningen und die Region sieht in den nächsten Tagen viel Theater vor, wegen der beginnenden Herbstferien aber auch Familien- und Kinderprogramm.

Meiningen - Familien, die gern auf den Rummel gehen, haben in den nächsten Tagen noch jede Menge Gelegenheit dazu auf dem Volkshausplatz beim Meininger Herbst-Park, der bis zum 1. November fortgesetzt wird. Die Schausteller begrüßen ihre Gäste täglich von 14 bis 22 Uhr, am Freitag und Samstag bis 23 Uhr.

Ansonsten wird es wieder für passionierte Theatergänger eine interessante Woche. Beispielsweise am Freitagabend, 22. Oktober, 20.30 Uhr, bei der Schauspielpremiere von „Kassandra Reloaded“. Miriam Haltmeier, Schauspielerin und Musikerin am Theater, nähert sich einer der bekanntesten Erzählungen der DDR-Literatur auf ungewohnte Weise und macht aus dem faszinierenden Bericht der Seherin und Außenseiterin Kassandra ein vielstimmiges Sprachkonzert. Die neue „Kammer-Box“ bietet künstlerischen Freiraum für Solos und experimentelle Formate. Im Anschluss an die Vorstellung erwartet die Gäste im Foyer Club-Atmosphäre mit Musik.

Einen Basar für Kinderkleidung in den Größen 50 bis 164 veranstaltet das Meininger Kinderhaus Regenbogen am Samstagvormittag von 9 bis 12 Uhr in der Meininger Multihalle.

Wer die Theaterstadt und ihre Geschichte näher kennenlernen will, ist um 14 Uhr dazu eingeladen, zur öffentlichen Stadtführung auf Zeitreise zu gehen. Treffpunkt ist die Tourist-Information.

Auf die Kinder wartet um 15 Uhr in den Meininger Kammerspielen ein Märchenstück – das Puppenspiel „Sechse kommen durch die ganze Welt“ nach den Brüdern Grimm. Ein Mann bekommt vom König ungerechten Lohn. Da er das nicht auf sich sitzen lassen möchte, sucht er Mitstreiter in der Welt, um dem König gehörig seine Meinung zu sagen. In der Tat finden sich Männer und eine Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. „Sechse schaffen, was einer allein nicht schaffen kann.“

An einem anderen Spielort hebt sich Samstagabend um 18 Uhr der Vorhang. Die Meininger Kulturbühne in der Dolmarstraße lädt ein zu einer Matinee zum Schauspiel „Anwalt Fickel“.

Der großen romantischen Wagner-Oper „Der fliegende Holländer“ gehört um 19.30 Uhr die Bühne im Meininger Theater. Allerdings ist die Vorstellung bereits ausverkauft.

Auf den Spuren der Ortsgeschichte wandeln interessierte Walldorfer und Gäste am Sonntagvormittag. Die Tour entlang des Rundwanderwegs, der bei dieser Gelegenheit eingeweiht werden soll, startet um 10 Uhr am Walldorfer Marschalk-von-Ostheim-Platz.

Kinder können sich um 11 Uhr in den Kammerspielen wieder das Puppenspiel-Abenteuer „Sechse kommen durch die ganze Welt“ anschauen.

Für die Großen musiziert nebenan im Foyer um 11.15 Uhr das Trio Hagen Biehler (Klarinette), Gideon Wieck (Viola) und Tamara Lorenzo Gabeiras (Klavier) beim 1. Foyerkonzert mit dem Titel „Lebenserzählungen“.

Ein zünftiges Kontrastprogramm zur klassischen Musik im Theater bieten die Kaltenwestheimer am Sonntagmittag an. Sie laden zum Schlachtfest in ihrer Schafscheune ein. Dazu wird der Wurstkessel angeheizt und können sich die Besucher ab 12 Uhr Wellfleisch, Würstchen, Sauerkraut und Brot schmecken lassen. Zum Nachtisch gibt es Kuchen. Die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft freuen sich auf viele Gäste.

Nachdem am Vormittag der „B.M. Strupp Lern- und Gedenkort - Jüdische Geschichte und Antisemitismus“ in der Meininger Villa Strupp eingeweiht worden ist, folgt am Nachmittag um 15 Uhr am selben Ort eine Vortragsveranstaltung der Meininger Volkshochschule in der Reihe „900 Jahre jüdische Geschichte in Thüringen“. Zu Gast ist Rabbinerin Dr. Antje Yael Deusel, die darüber spricht, was es bedeutet, Rabbiner bzw. Rabbinerin in Deutschland zu sein. An den Vortrag schließt sich noch eine Führung durch die neue Dauerausstellung an.

Nach einigen Terminverschiebungen klappt es nun am frühen Sonntagabend um 17 Uhr im Meininger Volkshaus mit der Lesung der bekannten Schauspielerin und Buchautorin Andrea Sawatzki. Sie stellt ihr Buch „Andere machen das beruflich“ vor.

Zeitgleich laden sich auch die Wasunger um 17 Uhr Gäste in ihre Trinitatiskirche ein – zu einem Gesprächskonzert mit Bezug zu Johann Valentin Meder. Meder, 1649 in Wasungen geboren, 1719 in Riga gestorben, war Organist und Komponist und ist vor allem in den baltischen Staaten bekannt. In dem Gesprächskonzert werden drei Kantaten unter Leitung von Ulf Prieß zu hören sein. Daneben berichtet Meder-Expertin Anu Schaper über das Leben des Komponisten.

Im Großen Haus des Theaters steht um 18 Uhr das Doppel-Schauspiel „Julius Caesar/Die Politiker“, von William Shakespeare und Wolfram Lotz, auf dem Spielplan. Kartenbesitzer sollten sich 30 Minuten vorher einfinden – zu einem Einführungsgespräch.

Aus Anlass der 29. Tage der jüdisch-israelischen Kultur in Thüringen kommt am Sonntagabend um 19 Uhr in Meiningen ein amüsantes (Puppen-)Theaterstück mit Wortwitz und Chuzpe auf die Kleinkunstbühne im Rautenkranz: „Schlamassel – Geschichten um den Erfurter Hochzeitsring“. Es spielt Christiane Weidringer. Das wichtigste jüdische Fest ist die Hochzeit. Aber bis Mann und Frau zusammenfinden, sind einige Hindernisse zu überwinden. Wenn die Hochzeitsvermittlerin aus ihrem Nähkästchen plaudert, bleibt niemand ungeschoren.

Noch einmal bekommen die kleinen Leute am Montag um 10 Uhr in den Kammerspielen die Gelegenheit, das Puppenspiel „Sechse kommen durch die ganze Welt“ mitzuverfolgen.

Interessierte Kinder und Jugendliche ab neun Jahren können sich um 12.30 Uhr im Ballettsaal des Theaters einfinden. Die Ballettschule veranstaltet am Ferienbeginn den 2. Modern-Jazz-Dance-Workshop.

Für die großen Theaterfans ist „Foyer um drei“, die beliebte Nachmittagsreihe bei Kaffee und Kuchen im Meininger Theaterfoyer zurück. Gastgeberin Musikdramaturgin Claudia Forner hat um 15 Uhr zu einer Theaterplauderei mit musikalischen Beiträgen Ensemblemitglieder aus Musiktheater und Schauspiel eingeladen.

Eine neue Ausstellung „Die frühen Jahre – Das Meininger Hoftheater auf dem Weg zur Leitbühne“ wird am kommenden Mittwoch, 27. Oktober, um 19 in der Oberen Galerie der Meininger Museen eröffnet. Herzog Georg II. war nicht immer der „Theaterherzog“. Er musste 40 Jahre alt werden, um mit seiner Regentschaftsübernahme 1866 endlich Zugriff auf das Hoftheater zu erlangen. Es begann die vielleicht aufregendste Zeit am Meininger Hoftheater, geprägt von einer künstlerischen Aufbruchsstimmung bei gleichzeitiger Konzentration auf das Schauspiel. Wichtige Künstler wurden in diesen Jahren nach Meiningen verpflichtet.

In einer Koproduktion mit dem Meininger Haus brachte das Landestheater Eisenach die Barockoper „La Clemenza di Scipione“ von Johann Christian Bach auf die Bühne. Um 19.30 Uhr wird sie das nächste Mal in Eisenach aufgeführt.

Von vielen Meiningern schon erwartet, fängt die Stadt am Freitagabend wieder zu leuchten an. Auch dieses Jahr erwartet alle Gäste mit „Meiningen leuchtet“ und „Einkauf bei Kerzenschein“ ein Veranstaltungshighlight. Von 18 bis 22 Uhr wird die Stadt – neben der Beleuchtung in Schlosshof, Postgasse und Zentrum – mit Lichtinstallationen in Szene gesetzt. Die Geschäfte öffnen lange. Auf dem Markt begeistern zwei Feuershows das Publikum und musikalisch heizt DJ Paul den Gästen ein. Auch das Abendessen kann in die Stadt verlegt werden. Von Bratwurst über Fisch bis hin zu Burger, Suppe und Crêpes alles, was das Herz begehrt. Zum Abschluss ist eine Lasershow geplant.

Freitagabend steht im Theater nicht nur die nächste Aufführung von Kassandra-Reloades (20.30 Uhr in der Kammer-Box der Kammerspiele) auf dem Programm. Um 19.30 Uhr gibt es im Großen Haus auch die mit Spannung erwartete Premiere des Musicals „The Sound of Music“. Als eines der erfolgreichsten und für das Genre repräsentativen Musicals von Rodgers und Hammerstein II, greift „The Sound of Music“ die Geschichte der „Trapp Family Singers” von Maria Augusta Trapp. „The Sound of Music“ verbindet eine romantische Handlung mit historischem Hintergrund und humorvolle Dialoge mit musikalischen Nummern von großer Ohrwurm-Qualität. any

 

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