Verabschiedung Der weiße Kittel bleibt ab sofort im Schrank

red

Ein Urgestein verlässt das Elisabeth Klinikum Schmalkalden: Mehr als 33 Jahre stand Dr. Karin Storch im Dienst der Gesundheit.

Dr. Karin Storch, Chefärztin der Radiologie, geht in den Ruhestand. Sie wurde von Thomas Fickel, Dr. Bernd Schneider und Dr. Alexander Bernasowski (von links) verabschiedet. Foto: Elisabeth Klinikum

Sie hat sich der Gesundheit der Bevölkerung verpflichtet, schaut nun aber auf die Zeit im Ruhestand: Nach über 33 Jahren verlässt Dr. Karin Storch, Chefärztin für Radiologie, das Elisabeth Klinikum Schmalkalden und das MVZ Gesundheitszentrum Schmalkalden.

Nach der Werbung weiterlesen

Dr. Karin Storch legt ihren weißen Kittel und das Dosimeter zur Seite: Nach 33,5 Jahren als Chefärztin für Radiologie am Elisabeth Klinikum Schmalkalden und dem MVZ Gesundheitszentrum Schmalkalden verabschiedet sie sich in den Ruhestand. „Ich habe Sie nicht lange begleiten können, aber nur Gutes über Sie und Ihre Arbeit gehört. Sie wurden im Kollegium sehr geschätzt und haben auch in der Bevölkerung hohe Anerkennung erfahren“, sagte Geschäftsführer Thomas Fickel. MVZ-Verwaltungsleiterin Janina Eckardt betonte die vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Sie sind keine Frau der großen Worte. Sie haben die Dinge lieber in die Tat umgesetzt. Ich konnte mich immer über 100 Prozent auf Sie verlassen und bedanke mich für Ihr Engagement.“

Dr. Bernd Schneider, langjähriger Weggefährte von Dr. Karin Storch, erinnerte an das Kennenlernen der beiden Mediziner als Assistenzärzte im damaligen Bezirkskrankenhaus in Suhl und die spätere gemeinsame Arbeit in Schmalkalden. „Unter deiner Regie hat die Abteilung für Radiologie Quantensprünge gemacht. Von anfangs mittelalterlichen Bedingungen hast du sie in die Gegenwart geführt“, sagte er.

Die gebürtige Kleinschmalkalderin hat ihr Abitur 1974 an der EOS Schmalkalden abgelegt. Nach einem Jahr im Praktischen Pflegedienst studierte sie zwei Jahre an der Karl-Marx-Universität in Leipzig und drei Jahre an der Medizinischen Akademie Erfurt Medizin. Dem Abschluss als Diplom-Medizinerin folgte ab 1982 die Facharztausbildung als Radiologie im Bezirkskrankenhaus in Suhl, wobei sie Stationen in der Nuklearmedizin und Strahlentherapie in Erfurt absolvierte. „An der Radiologie hat mich immer die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit all den anderen Fachrichtungen fasziniert. Und dass sie ein entscheidendes Puzzleteil bei der Diagnose ist und damit den Weg des Patienten, seine konservative oder operative Behandlung, mitbestimmen kann“, sagt sie.

Ein Jahr nach der Promotion 1987 wechselte Dr. Karin Storch an den Standort in Schmalkalden – als erste Fachärztin für Radiologie überhaupt. „Aus drei Röntgenabteilungen wurde eine Abteilung für Radiologie etabliert. Sie hat sich Schritt für Schritt, sowohl personell als auch technisch, entwickelt und das erste digitale Röntgengerät in der Region vorgehalten“, sagt sie. Im Januar 2015 ist die Abteilung in das MVZ Gesundheitszentrum Schmalkalden ausgegliedert worden, dessen Ärztliche Leiterin Karin Storch bis zuletzt war. Die Position wird nun von Dr. Andreas Jung übernommen.

Nach über 33 Jahren verlässt ein Urgestein den Gesundheitsstandort. „Ich habe meine Arbeit, mit allen Höhen und Tiefen, immer sehr gerne gemacht und mich den Patienten verpflichtet gefühlt. Ich blicke gerne auf die Jahre zurück, aber auch auf die, die vor mir liegen“, sagt sie.

Obwohl Dr. Karin Storch das Berufsleben offiziell hinter sich lässt, könne sie sich vorstellen, ihr altes Team in Urlaubszeiten oder Krankheitsfällen zu unterstützen. Bis der Anruf kommt, wird sie nicht von Langeweile geplagt. Sie reist und wandert gern und bringt ihren Garten in Schuss. „Ich bin mir sicher, dass neue Ideen reifen werden, sobald das Gefühl des Ruhestands so richtig angekommen ist“, sagt sie.