Vacha und Sargé-lès-Le Mans 30 Jahre gelebte europäische Freundschaft

Lutz Rommel

Zum 30-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Vacha und dem französischen Sargé-lès-Le Mans trafen sich beide Seiten erneut in der Rhönstadt. Dabei wurde die deutsch-französische Freundschaft wieder mit viel Leben erfüllt.

Beim „Europäischen Abend“ kam man im Bürgerhaus Oberzella bei bester Stimmung zusammen. Foto: Lutz Rommel

Seit 30 Jahren führen die beiden Städte Vacha und Sargé-lès-Le Mans schon ein jährliches Treffen durch. Nur einmal fiel dieses bisher wegen Corona aus. Umso schöner, dass es nun zum Jubiläum wieder klappte, wie Vachas Freundschaftskomitee-Vorsitzende Petra Kaiser freudig berichtete. Sie kann genau wie Frank Pach, Dieter Nube oder Karl-Heinz Klein auf drei Jahrzehnte Mitarbeit in der Städtepartnerschaft blicken. Gleichzeitig vergaß Petra Kaiser nicht zu erwähnen, dass alles in dieser Zeit nur mit viel Unterstützung der Stadt Vacha, vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds, von Sponsoren wie Helfern und mit jeder Menge Eigenregie zu stemmen war. Die vielen entstandenen langjährigen persönlichen Freundschaften zeugen vom hohen Stellenwert dieser außergewöhnlichen Städtepartnerschaft.

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Viele Erlebnisse

Die Vachaer Gastgeber hatten erneut an einem abwechslungsreichen Programm für die französischen Gäste gebastelt. So ging es auf Entdeckungsfahrt in die umliegenden Stadtteile. In Völkershausen stand ein Besuch der Michaeliskirche auf dem Programm, mit Infos zum dortigen Gebirgsschlag. Eine kleine Andacht mit Pfarrer Roland Jourdan folgte in der Klosterruine Mariengart nahe Wölferbütt, bevor es zur Stärkung an die Kaffeetafel im Martinrodaer Sportlerheim ging. Ein Besuch des Vereinsheims in Oberzella schloss sich an, wo unter anderem die ehemalige Grenzsituation beleuchtet wurde. Auch ein Abstecher auf den Oechsenberg sollte nicht fehlen. Ein gemeinsamer Ausflug in die Domstadt Fritzlar führte alle Beteiligten in die hessische Nachbarschaft mit Stadtführung und Bummel rund um den Dom. Für den individuellen Tag hatten sich die Gastgeber mit ihren Gastfamilien wieder spezielle Ziele in der Region ausgesucht. So reiste man in den Thüringer Wald, zum Baumkronenpfad im Hainich oder erklomm den Monte Kali im benachbarten Heringen. Die Familien Schlott und Chopin, die seit 20 Jahren befreundet sind, zog es beispielsweise in die Rhön zu einem Besuch von Noahs Segel und der Arche. Ebenso weilte der Freundschaftstross beim Förderverein der Klosterkirche Vacha und genoss das Konzert der „Vachmänner“ in vollen Zügen.

Ganz im Zeichen des Jubiläums stand der „Europäische Abend“ im Bürgerhaus Oberzella, welcher von der Chorgemeinschaft Vacha wunderbar musikalisch begleitet wurde.

In den offiziellen Ansprachen der Bürgermeister und Komiteeverantwortlichen hob man die lange gute Verbundenheit hervor und man hofft, die innige Freundschaft auch künftig ausbauen und festigen zu können. Mit großer Freude wurden Gastgeschenke ausgetauscht. Ein großes Bild der legendären Rennstrecke von Le Mans wanderte in den Vachaer Besitz, während die französischen Gäste als Erinnerung ein Souvenir vom „Vietche“, dem Vächer Schutzpatron, erhielten. Großen Zuspruch fand die ausgelegte Chronik, in der die Anwesenden nochmals die 30 vergangenen Jahre Revue passieren lassen konnten. Bei Tanz und Livemusik vergingen die gemeinsamen Stunden anschließend beinahe viel zu schnell, bevor am späten Abend noch die Geburtstagstorte angeschnitten werden konnte. Mit einem Treffen bei der IG Grenzturm am Vachwerk sowie einem kleinen Spaziergang entlang der ehemaligen Grenze endete der französische Besuch in der Rhönstadt. Das obligatorische gemeinsame Foto aller auf der Brücke der Einheit durfte natürlich nicht fehlen und liefert künftig den Beweis, dass sich die Städte Vacha und Sargé-lès-Le Mans im Jahr 2022 getroffen haben. Und nun heißt es erwartungsvoll: „Au revoir 2023 in Sargé, wenn das nächste deutsch-französische Treffen steigt.“