Urteil Schwere räuberische Erpressung: Sechs Jahre Haft für 22-Jährigen

Der Schatten einer Gefängniszelle ist zu sehen. Foto: Felix Kästle/Archiv

Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren hat das Landgericht Meiningen einen 22-Jährigen wegen mehrerer Übergriffe auf Jugendliche in Bad Liebenstein verurteilt.

Meiningen - Außerdem muss der Mann einen Entzug machen. Im vergangenen Sommer hatte der Angeklagte dreimal junge Leute mit einer Schreckschusspistole bedroht. Er erpresste von ihnen unter anderem Geld, ein Handy und ein Moped.

Einen 15-Jährigen bedrohte er mit einer Schreckschusspistole, nahm ihm 30 Euro ab und schnürte ihm mit einem Faden den Hals zu. Dabei ließ er ihn in erniedrigender Haltung um sein Leben beten und betteln. Das mussten auch, einige Wochen später, seine nächsten Opfer. Einem Jugendlichen, dem nach dem Geständnis die Aussage erspart bleibt, hat er sein Moped abgepresst, es aber  zurückgegeben. Einen 15-Jährigen  hat er mit einem Schuss ins Gesicht verletzt und gedroht, dessen Mutter umzubringen. Die beiden Jungen, die verletzt wurden, haben bis heute nicht verwunden, was ihnen angetan wurde, sie leiden unter  Angstzuständen.

Schon früh, berichtet der psychiatrische Sachverständige in seinem Gutachten, habe es große Probleme gegeben, „er ist überall angeeckt“, die Familie sei deshalb  mehrfach umgezogen. Drogen – „das ganze Spektrum“ – hat der Angeklagte auch nach eigener Aussage schon als Teenager genommen. „Richtig schwierig“, sagt der Psychiater,  sei alles geworden, nachdem der junge Mann 2018 in Bayern wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu einer auf Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe verurteilt wurde; es folgte der Umzug nach Bad Liebenstein.

Der 22-Jährige wurde wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und unerlaubten Führens einer Schreckschusspistole verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig. Zu erwarten ist außerdem, dass die Bewährung widerrufen wird. m

 
 

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