Ferien-Überraschung Circus lädt Kinder aus Heim in Benshausen ein

30 Mädchen und Jungen des Kinderheims Benshausen erlebten auf Einladung vom Circus Robini die Premiere in Suhl. Foto: /Karl-Heinz Frank

Der Circus Robini macht gerade Station in Suhl. Zu seiner Premiere am vergangenen Freitag lud er 30 Mädchen und Jungen aus dem Kinder- und Jugendheim Benshausen ein.

„Nein, im Zirkus war ich bisher noch nie“, sagte Finn. Entsprechend groß war auch die Aufregung des Siebenjährigen, als er mit den anderen Mädchen und Jungen des des Kinder- und Jugendheims Benshausen den Weg nach Suhl antrat. Dort gastiert im Simson Gewerbepark noch bis zum 14. August der Circus Robini, der der Einrichtung 30 Freikarten für die Premiere am vergangenen Freitag zur Verfügung gestellt hat. „Kommt dann auch ein Clown?“, wollte Finn wissen, nachdem er seinen Platz eingenommen hatte. Nur wenig später stieg in der schummrigen Manege Rauch auf. Die Spannung stieg, auch bei der neun Jahre alten Sophia, die sich besonders auf die Tiershow freute.

Bunte Spots gingen an und erhellten, was sich unter der Zirkuskuppel in rasanter Geschwindigkeit den Zuschauern bot. Was für ein Spaß, als drei Kamele das Rund betraten und im Takt flotter, orientalisch anmutender Musik synchron dem Dresseur folgten. Als sich dazu noch ein pfiffiges Zwergpony gesellte, das in Windeseile unter den großen Kamelen hindurchhuschte, war die Begeisterung groß. Dieser konnten sich auch die Artisten gewiss sein, die an Bändern unter der Zirkuskuppel ihre atemberaubenden Kunststücke präsentierten. Luft anhalten im Wechsel mit ungläubigem Staunen war da beim Publikum angesagt, das die Leistungen mit Ahs und Ohs und viel Beifall belohnte.

Nach jeder Nummer wurde ruckzuck umgebaut. Und so dauerte es nicht lang, bis Finn seinen herbeigesehnten Clown erleben konnte. Keiner mit Schuhen im XXXXL-Riesenformat, viel zu weiter Hose, kariertem Jackett und roter Knollennase, wohl aber einer, der nicht nur Finns Herz im Galopp erobert hat. Dabei war es Pony-Hengst Pascha, der im Galopp unterwegs war und sich zur Freude besonders der kleinen Zuschauer Peppinos Anweisungen widersetzte, Hürden zu überspringen. Nach betont freundlichem Bitten ließ er sich dazu hinreißen. Mehrmals noch konnte Clown Finn dem turbulenten Treiben Peppinos folgen, der eine Mini-Dino-Parade den Gangnam Style tanzen ließ.

Faszinierende Darbietungen

Fasziniert von schwebender Netz- und anmutiger Spiralakrobatik und Ziegen, die mit Bravour vorwärts und sogar rückwärts balancierten, blieb den Zuschauern kaum Zeit zum Verschnaufen, denn eine Darbietung folgte der nächsten. Auch ein Messerwerfer. Hier zeigte der Dresseur, der zuvor Kunststücke mit Kamelen, Pferden und Ziegen vorführte, dass er auch mit scharfen Klingen umgehen kann, die ihr Ziel nicht verfehlten. Noch einen weiteren Zahn zackiger folgte die Peitschen- und Lasso-Darbietung sowie eine Show mit zwei Border Collies, die ihre enorme Sprungkraft demonstrierten und regelrecht über eine immer länger werdende Stuhlreihe zu fliegen schienen.

Die Tiere, die eben noch in der Manege für spannende Momente sorgten, waren in der Pause zur Tierschau zu erleben. Hier war Finn der erste Besucher, der sich das nicht entgehen ließ. Besonders die großen Kamele begeisterten ihn, die sich sogar streicheln ließen. „Eine tolle Idee“, freuten sich auch die begleitenden Erzieherinnen, die die Kinder im Alter von sieben bis 17 Jahren begleiteten. „Besonders für die, die gerade in der Einrichtung geblieben und nicht gerade im Ferienlager sind“, sagten sie. „Vielen, vielen Dank dafür.“

Eine Herzensangelegenheit

Für Silvano Schmidt, er ist unter anderem Handstandartist, ist es eine Herzensangelegenheit, an jedem neuen Standort Menschen Freikarten anzubieten, denen das Leben eventuell einige Stolpersteine mehr in den Weg gelegt hat als anderen. Damit kennt auch er sich aus, besonders seit Corona. Zweieinhalb Jahre hat der Circus Robini ohne Auftritte und damit ohne Einnahmen festgestanden. Fördermittel konnte das Unternehmen nicht beantragen, um schlussendlich nicht an der Rückzahlung zu scheitern. Durch die Hilfsbereitschaft der Menschen, der Bauern, die die Tiere mit Stroh versorgten, hat der Zirkus diese schwere Zeit überstanden, um nun wieder mit einer grandiosen Show in die bunter Zauberwelt im Zirkuszelt zu entführen.

Noch bis Sonntag, 14. August macht der Circus Robini Station im Simson Gewerbepark Suhl (Einfahrt Tor A). Täglich, außer Dienstag und Mittwoch, finden 17 Uhr Vorführungen statt, am letzten Tag um 11 Uhr.

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