Umweltschutz Nächste Woche: Frühjahrsputz in der Natur

Jens Wolling, der die Internetseite zur Umweltaktion betreut, packte letztes Jahr beim Ilmenauer Frühjahrsputz selbst kräftig mit an. Foto: Berit Richter

Der BUND Ilm-Kreis ruft für die Zeit vom 12. bis 14. März zum Müllsammeln auf. Nur eine von vielen Aktivitäten, welche die Naturschutzorganisation in diesem Jahr plant

Ilmenau - „Schöner wäre natürlich, wenn der Müll gar nicht erst produziert und weggeworfen wird. Gerade seit Corona bemerken wir, wie viel weggeworfen wird, Stichwort Einwegmasken“, sagt Sybille Streubel, Vorsitzende des BUND Kreisverbandes (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Da es aber leider noch viel zu viele Unvernünftige gibt, ruft der BUND für den 12. bis 14. März zur großen Müllsammelaktion auf.

Eine solche hatte es schon im letzten Frühjahr in Ilmenau gegeben. „Jetzt wollen wir es aber auf den ganzen Ilm-Kreis ausdehnen“, erklärt Streubel und hofft, dass viele Umweltverbände, Organisationen, Unternehmen und Einzelkämpfer mitmachen werden. „Wir hoffen, dass es richtig groß wird“, sagt Streubel. Angelehnt ist die Aktion an den jährlich im Herbst stattfindenden World Clean Up Day, weshalb Sybille Streubel ihr auch den Titel Spring Clean Up, was man mit Frühjahrsputz übersetzen könnte, gab.

Die BUND-Kreischefin hofft, dass auch die Kommunen wieder unterstützen, wenn es darum geht, den Müll an zentralen Stellen zu sammeln und dann abtransportieren zu lassen. „Für Ilmenau gibt es schon viele Standorte, wo der Müll in Säcken zur Abholung abgelegt werden kann“, sagt Sybille Streubel, die hofft, „dass das richtig groß wird“.

Kampf den Kippen

Der Spring Clean Up, der natürlich coronakonform einzeln oder in Familie stattfinden soll, ist aber nur eine von zahlreichen Aktivitäten, welche der Kreisverband in diesem Jahr plant. „Neue Regeln, neue Formate. Der BUND setzt 2021 auf Aktionen im Freien“, erklärt Sybille Streubel. Und auf Digitales. So wird die Mitgliederversammlung am 4. Juni, 19 Uhr, voraussichtlich online stattfinden, so wie sich aktuell auch der Vorstand regelmäßig auf diesem Wege trifft und der Kreisverband mit einer verstärkten Präsenz in den sozialen Netzwerken um Nachwuchs und Unterstützung wirbt.

Zu den Themen, die in der letzten Sitzung besprochen wurden, zählte auch die Frage: Was kann man tun gegen die vielen weggeworfenen Kippen, die mit ihren Giften die Umwelt belasten. Sybille Streubel regte an, auch im Ilm-Kreis umsetzen, was der Erfurter BUND-Verband schon tat: Eine Woche lang zum Kippen-Sammeln aufrufen und dann der Öffentlichkeit zeigen, wie viel da zusammenkommt. „Wir müssen Menschen dafür sensibilisieren“, sagt Streubel. Auch bei den Kommune sei das Thema noch nicht richtig angekommen.

Ebenfalls sensibilisieren möchte der BUND Politik und Verwaltung für das Thema „Vogelschlag – Glas ist Mord“. Kritisch sieht Sybille Streubel in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Glasfront der Ilmenauer Schwimmhalle. „Da sind ja auch viele Bäume in der Nähe“, erklärt sie. Zwar ließen sich Glasfronten vogelsicher nachrüsten, dies sei aber aufwendig und bringe die Gefahr mit sich, dass das Glas breche. Besser sei es, gleich beim Bau entsprechendes Material zu verwenden.

Alte Obstsorten

Fortsetzen will der BUND die Pflanzaktion mit alten Obstbaumsorten. Schon im letzten Jahr waren solche Bäume in Ilmenau und Holzhausen gepflanzt worden. Am 23. Oktober im Amt Wachsenburg und am 9. oder 16. November auf dem Lebenshilfe-Gelände in Ilmenau sind nun neue Aktionen angedacht, für die der BUND Ilm-Kreis dann auch wieder Baumpaten suchen wird. Zudem prüft er, ob er selbst einen Baum zur Arnstädter Herzensbaum-Aktion beisteuert.

Verkehrswende

Auch das Thema Lichtverschmutzung und seine Folgen für Mensch und Tier soll in diesem Jahr eine Rolle spielen. Vor allem im Bereich des Erfurter Kreuzes sei dies sehr schlimm, sagt Sybille Streubel.

Und schließlich steht auch noch das Thema Verkehrswende auf der Agenda des Kreisverbandes. „Einen Parking Day werden wir wohl in diesem Jahr nicht machen können, aber es sollte einzelne Aktionen und Workshops geben“, blickt Sybille Streubel auf den dritten Freitag am September, an dem üblicherweise für die Rückeroberung der Innenstädte durch Fußgänger und Fahrräder gekämpft wird, voraus.

All diese Projekte sollen in den kommenden Wochen noch im Detail geplant werden. Jetzt hofft der BUND erst einmal auf viele Helfer beim Spring Clean Up, um die Natur ein Stück sauberer und sicher für die Tierwelt zu machen.

 

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