Umfrage Wie viel Windenergie verträgt der Landkreis Hildburghausen?

14 Windvorranggebiete sind für den Landkreis vorgesehen. Zu viel, zu wenig oder gerade ausreichend? Wir fragen Leser nach ihrer Meinung.

Streitfall Windrad: Noch bis 20. Juli können Bürger ihre Meinung äußern. Foto: IMAGO

Seitdem die Regionale Planungsgemeinschaft Südwestthüringen am 18. Mai ihren Regionalplanentwurf veröffentlicht hat, ist ein Wort in vieler Munde: Windvorranggebiet. Die Ampelkoalition hat die Bundesländer 2022 per Gesetz (Windflächenbedarfsgesetz) zur Ausweisung von geeigneten Landesflächen für den Bau von Windrädern verpflichtet. Bis 2027 sollen bundesweit bis zu 1,8 Prozent der Landesfläche und bis zu 2032 bis zu 2,2 Prozent der Landesfläche zur Verfügung stehen.

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Die Landesentwicklungspläne sehen dafür unterschiedliche Zielwerte vor. In Südthüringen sind es bis 2027 1,7 Prozent, im benachbarten Franken 1,1 Prozent. Bis 2032 soll Südthüringen 2,0 Prozent ausweisen und die fränkischen Planungsregionen 2,1 Prozent. Die Planungszweckverbände können zunächst selbst bestimmen, wo Windräder gebaut werden könnten. Dazu müssen Regionalpläne aufgestellt, diskutiert und beschlossen werden. Kommt kein Regionalplan zustande, der entsprechende Vorranggebiete festlegt, haben potenzielle Investoren weitergehende Möglichkeiten, was auch als Drohszenario verstanden werden kann.

Im Landkreis Hildburghausen sind so viele Vorranggebiete geplant wie nirgendwo im Süden Thüringens – nämlich 14 Stück mit einer Gesamtfläche von 28,9 Quadratkilometern. Das hat geografische, naturschutzrechtliche und auch politische Gründe – und führt geradezu zwangsläufig zu Konflikten. Natürlich heißt das längst nicht, dass überall dort, wo jetzt Flächen ausgewiesen werden, künftig Windräder gebaut werden. Darüber entscheiden letztendlich Investoren – also in aller Regel Energieproduzenten. Und da spielt auch eine Rolle, wie viel Energie sich eigentlich auf den Flächen gewinnen lässt und wie einfach oder kompliziert die Erschließung ist. Schließlich müssten Zufahrtsstraßen gebaut und auch Stromleitungen verlegt werden. Aber: Überall dort, wo der Regionalplan die Möglichkeit bietet, können solche Firmen relativ einfach zu Baurecht kommen.

Noch bis zum 20. Juli können Bürger, Vereine und Verbände, Gemeinden und auch der Kreistag ihre Meinung zum Regionalplan kundtun. Mittlerweile wird überall im Landkreis diskutiert – bei Einwohnerversammlungen und in Gemeindeparlamenten. Auch Bürgerinitiativen nehmen Stellung. Wir fragen Sie, liebe Leserinnen und Leser, nach Ihrer Meinung: Wie viel Windenergie verträgt unser Landkreis?