Umfrage Wie viel KI spricht aus Mario Voigt?

Der Thüringer Ministerpräsident ist unter Druck. Gastbeiträge in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Die Welt“ sowie Reden wurden mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Was meinen Sie dazu?

Bei der Erstellung dieser Montage kam ausnahmsweise, aber themenbezogen KI zum Einsatz (die wir sonst nicht für die Bilderstellung benutzen). Foto: Bildmontage KI und Stefan Krug

Mario Voigt (CDU) ist seit 12. Dezember 2024 Ministerpräsident von Thüringen. Er ist bislang weder negativ noch positiv außergewöhnlich aufgefallen. Charismatische Auftritte sind aus der Zeit nicht in Erinnerung. Seit einer Woche tobt aber um seine Person ein Sturm der Aufregung – er lässt für seine Reden und Beiträge Künstliche Intelligenz (KI) benutzen. Über den Umfang herrscht weitgehend Unklarheit. Die Unklarheit kann mit Spekulationen gefüllt werden.

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Jüngster Höhepunkt war am Mittwochabend, als die renommierte „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) mitteilte, einen Gastbeitrag von Voigt aus dem Netz genommen zu haben. Begründung: Einsatz von KI und eine schwammige Auskunft der Thüringer Staatskanzlei, wie tief die KI im bemängelten Gastbeitrag aus dem vergangenen Jahr steckt.

Die FAZ gilt als die wichtigste liberal-konservative und als eine der qualitativ besten überregionalen Zeitungen Deutschlands. Wer in diesem Blatt veröffentlichen darf, begreift das in der Regel als besondere Ehre und gibt sich deshalb besondere Mühe.

Zuvor hatte Voigt bereits eingeräumt, einen Gastbeitrag, den „Die Welt“ am 1. Juni veröffentlichte, sei mit KI entstanden. Mehrere seiner Reden und Gastbeiträge sollen mit Hilfe von KI erstellt worden sein, so etwa eine Rede zum Holocaust-Gedenktag, eine Trauerrede und eine Neujahrsansprache, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

Voigt steht seit Monaten politisch unter Druck, weil ihm die Technische Universität Chemnitz seinen Doktortitel aberkannt hat. Der 49-Jährige wehrt sich gegen die Entscheidung mit einem Widerspruch und kündigte an, notfalls vor einem Verwaltungsgericht dagegen klagen zu wollen.

Voigt hatte im Fall von „Die Welt“ den Einsatz Künstlicher Intelligenz beim Verfassen nicht nur eingeräumt, sondern als zukunftsweisend verteidigt. „Ich kann die Aufregung darüber nicht nachvollziehen“, sagte der CDU-Politiker.

Künstliche Intelligenz müsse intensiver eingesetzt werden, auch in der Landesregierung. „Deshalb kann ich nur alle dazu ermutigen, KI als Werkzeug zu nutzen“, sagte Voigt. Thüringen werde eines der ersten Länder sein, das KI beider elektronischen Aktenführung einsetzt, betonte er. Wichtig sei, KI-Ergebnisse stets einem Faktencheck zu unterziehen.