Als am späten Abend des 14. März der erste Bus mit Flüchtlingen aus der Ukraine vor der Reinhard-Heß-Sporthalle in der Aue eintraf, hatte die Stadt innerhalb weniger Tage eine – wenn auch nur provisorische – Infrastruktur aus dem Boden gestampft, um den mehrheitlich Frauen und Kindern nach dem Trauma des über ihr Heimatland hereingebrochenen Krieges eine zumindest menschenwürdige Unterbringung und mittelfristige Perspektive in Suhl zu geben. Vor der Halle stand eine gut gefüllte Gulaschkanone mit warmer Suppe bereit, in der Halle wurde mit Unterstützung des Katastrophenschutzes eine Notunterkunft für die Nacht eingerichtet, eine Registrierungsstelle der Ausländerbehörde, eine Corona-Teststation. Schon am nächsten Tag wurden alle Flüchtlinge abgeholt und in der Stadt auf Wohnungen und Zimmer verteilt – zumeist zu Privatleuten, die zuvor in beispiellos großer Zahl ihre Aufnahme- und Hilfsbereitschaft erklärt hatten.