In der Stadt Charkiw im Nordosten des Landes kündigte Bürgermeister Ihor Terechow nach Beschuss in der Nacht an, dass die Heizflüssigkeit für 820 Häuser abgelassen werden müsse. Das Einfrieren des Netzes soll so verhindert werden. Auch er sprach von gezielten Angriffen auf die Energieinfrastruktur.
Nach einem massiven Angriff mit Raketen und Drohnen auf die Energie- und zivile Infrastruktur waren in der Region Odessa im Süden des Landes mehr als 50.000 Einwohner ohne Stromversorgung, wie Gebietsgouverneur Oleh Kiper mitteilte. Wohnhäuser, Lager- und Verwaltungsgebäude sowie Autos seien beschädigt worden.
Russland bestätigt Angriff auf Energieanlagen
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte einen massiven Angriff in der Nacht. Er habe sich gegen Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes gerichtet und gegen Energieanlagen, die dafür genutzt würden.
Er sei eine Reaktion auf ukrainische Attacken auf zivile Objekte in Russland, hieß es. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Angriffe vor nächster geplanter Verhandlungsrunde
Die Angriffe kamen kurz vor einer neuen geplanten Verhandlungsrunde über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Nach Angaben aus Moskau und Kiew sollen am Mittwoch und Donnerstag direkte Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern unter Vermittlung der USA fortgesetzt werden. Das trilaterale Format hatte vor gut anderthalb Wochen in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten begonnen.
US-Präsident Donald Trump hatte nach eigenen Worten in der vergangenen Woche Kremlchef Putin um eine begrenzte Waffenruhe gebeten und erklärt, dass Moskau zugesagt habe. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte dies – allerdings nur bis zum vergangenen Sonntag. Die jüngsten Attacken auf zivile Objekte und vor allem Energieanlagen zeigen, dass diese begrenzte Feuerpause nun vorbei ist.
Russland fordert für die Beendigung des Kriegs unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf den angestrebten Nato-Beitritt und den Abzug von Kiews Militär aus ukrainischen Gebieten, die Moskau bislang nicht einnehmen konnte.