Tablet zeigt die feindlichen Drohnen
Hauptarbeitsgerät der Freiwilligen ist ein Tabletcomputer. Er zeigt auf einer Karte, wie die feindlichen Drohnen anfliegen. "Eine kommt über Wyschhorod rein. 4.700 Meter hoch", sagt der Mann am Tablet an. "Dreht ab nach Browary." Das ist ein Vorort, in dem immer wieder Logistikzentren attackiert werden.
Warten, warten - so sieht die Wache auf dem Hügel aus. Zwei Männer fachsimpeln über ihre Motorräder. Dann auf einmal: Eine Drohne nähert sich von weitem dem möglichen Schussfeld der MGs. Der Mann im Schützensessel dreht das Gestell, kurbelt die Rohre hoch. "Nein, die geht doch nach Schuljawka." Diesmal wird nicht geschossen. Für sinnlos halten die Männer ihre Aufgabe trotzdem nicht: Irgendwann wird es auf sie ankommen. "Außerdem beobachten wir, sammeln Informationen und geben sie weiter", sagt einer.
Fieberhafte Arbeit an neuen Abwehrmitteln
Doch die große Stadt Kiew kann nicht täglich mehrere schwere Treffer hinnehmen mit Toten und Verletzten, Bränden, zerstörter Infrastruktur, unbewohnbaren Häusern und kaputten Unternehmen. Die Zuspitzung der vergangenen Tage rief die Staatsführung auf den Plan. Eigene Abfangwaffen seien bereits im Gefecht getestet worden, sagte Selenskyj. Die Abfangrate sei zwar noch zu niedrig. "Doch jede Woche soll sich die Trefferquote erhöhen." Derzeit liegt sie nach verschiedenen Angaben bei etwa 60 Prozent.
Der neue Verteidigungsminister Jewhenij Chmara kündigte eine neue Taktik an. Die Jet-Drohnen dürften gar nicht erst in die Nähe der Hauptstadt kommen. Alle der Teile der Flugabwehr müssten ihre Arbeit an die neue Realität anpassen. Als eine Entlastung soll die Ukraine von Belgien bis Jahresende drei weitere Kampfjets des US-Typs F-16 bekommen.