Ukraine-Hilfe Barchfeld-Immelborn: Kurzfristig Platz für rund 20 Flüchtlinge

Das Dorfgemeinschaftshaus in Übelroda soll so hergerichtet werden, dass hier 10 bis 14 Ukrainer unterkommen können. Foto: Heiko Matz Foto:  

Die Gemeinde Barchfeld-Immelborn will Flüchtlinge aus der Ukraine willkommen heißen. Bei einer Infoveranstaltung in der Barchfelder Kirche wurde über erste Schritte informiert und nach Mitstreitern gesucht.

„Ich freue mich, dass ich heute Abend viele Gesichter sehe, die schon 2015/2016 den Flüchtlingen geholfen haben“, sagte Ralph Groß (CDU), Bürgermeister von Barchfeld-Immelborn, am Dienstag in der Barchfelder Kirche. Damals waren innerhalb kurzer Zeit 150 Schutzsuchende in der ehemaligen Regelschule untergebracht worden – und schnell hatte sich ein großes Hilfsnetzwerk gebildet. Genau daran soll angeknüpft werden, sagte der Bürgermeister zur Infoveranstaltung mit rund 30 Interessierten, zu der die Kommune mit den Kirchengemeinden von Barchfeld und Immelborn eingeladen hatte.

Als Koordinator stimme er sich über die Ukrainehilfe regelmäßig mit dem Landratsamt ab, berichtete der Bürgermeister. Die ehemalige Schule, die inzwischen zu altersgerechten Wohnungen umgebaut wurde, stehe nicht mehr als Notunterkunft zur Verfügung, informierte er. Dennoch wolle man in der Gemeinde Flüchtlinge aufnehmen und setze dabei auf dezentrale Lösungen. Eine Ukrainerin mit vier Kindern und eine Mama von zwei Kindern seien bereits in zwei Wohnungen in Immelborn, die Privatleuten gehören, untergekommen. Zwei weitere Wohnungen seien in Kürze beziehbar. „Vereine wollen helfen sie, herzurichten.“ Bereits in der vergangenen Woche habe der Haupt- und Finanzausschuss 10 000 Euro für die Flüchtlingshilfe freigegeben, berichtete der Bürgermeister. „Einstimmig und über Parteigrenzen hinweg.“ Von einem Teil des Geldes habe man bereits vier Küchenzeilen, sechs Kühlschränke, sechs Herde und zwölf Doppelbetten gekauft. Damit soll unter anderem das Dorfgemeinschaftshaus in Übelroda ausgestattet werden, in dem 10 bis 14 Menschen unterkommen könnten. Und: Ab 1. April könne eine Ferienwohnung bezogen werden. „Wir können also erst einmal rund 20 Flüchtlinge aufnehmen“, sagte der Bürgermeister.

Wohnraum sei das eine – daneben würden Sachspenden sowie ehrenamtliche Helfer gebraucht, erklärte der Bürgermeister. „Die Menschen müssen spüren, dass sie hier willkommen sind.“

Lage im Landkreis

Über die aktuelle Lage im Wartburgkreis informierte Felix Hübner, stellvertretender Leiter des Amtes für Versorgung und Migration. Mit Stand Dienstag seien 131 ukrainische Flüchtlinge registriert worden. „80 sind vorangemeldet.“ So gut wie alle Hilfesuchenden seien bislang bei Privatleuten untergekommen. Der Landkreis suche aber intensiv nach weiterem Wohnraum, den er anmieten könne. Denn: „In den nächsten sechs bis zwölf Wochen rechnen wir mit rund 800 Personen“, sagte Felix Hübner. Inzwischen habe der Landkreis in Eisenach eine Erstaufnahmestelle mit 160 Plätzen geschaffen. Zudem sei die Krayenberghalle in Tiefenort als Notunterkunft für 80 Geflüchtete reaktiviert worden. Aber perspektivisch benötige man 200 bis 300 Wohnungen.

Sachspenden

Waschmaschinen, Tische, Schränke, Betten, Küchen usw. können montags bis donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr auf dem Bauhof der Gemeinde abgegeben werden.

Spielzeug, Geschirr, Windeln, Babynahrung und Sachen des täglichen

Gebrauchs können samstags zwischen 9 und 12 Uhr im Barchfelder Pfarrhaus, Nürnberger Straße 58, und im

Gemeindehaus der evangelischen Kirchgemeinde in Immelborn samstags zwischen 13 und 15 Uhr abgegeben werden.

Geldspenden

Geldspenden können auf ein Konto der Gemeinde Barchfeld-Immelborn mit dem Verwendungszweck „Ukraine-Hilfe“ überwiesen werden.

IBAN: DE17 8405 5050 0012 0497 35

Kontoinhaber: Gemeinde Barchfeld-Immelborn

Praktische Hilfe

Wer bei Renovierungsarbeiten in den Unterkünften, Fahrdiensten zu Ämtern und Ärzten, Behördengängen sowie der Betreuung der Familien unterstützen möchte, wird gebeten, sich bei der Gemeinde zu melden, unter der Telefonnummer 036961/4750, der E-Mail-Adresse ukraine@barchfeld-immelborn.de. Eine Anmeldung ist auch über die Internetseite der Gemeinde möglich.

www.barchfeld-immelborn.de

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