Hildburghausen Retter suchen Kinder nach Ballonabsturz

Ein Heißluftballon stürzt ab – Retter suchen nach fünf Kindern: Mit einer spektakulären Übung trainierten Feuerwehr und Rettungshundestaffel in Hildburghausen den Ernstfall.

Ein Spätsommertag, 17.32 Uhr: Flammen am Himmel, ein Ballon kracht ins Waldgebiet am Hildburghäuser Bismarckturm, fünf Kinder verschwinden in Panik – und eine verzweifelte Mutter bittet die Einsatzkräfte um Hilfe. Mit diesem dramatischen Szenario startete jüngst eine geplante Einsatzübung von Feuerwehren und Hundestaffel, die allen Beteiligten alles abverlangte, informiert Franz Neundorf von der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Hildburghausen.

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Bereits ab 17.30 Uhr liefen die Vorbereitungen: Die fünf „Kinder“ wurden von zwei Helfern tief im Wald, im Gebüsch, sogar auf dem Turm selbst versteckt. Mitgebrachte T-Shirts dienten als Geruchsträger, damit die Hunde eine realistische Spur aufnehmen konnten. Um 18.15 Uhr rückten die ersten Kräfte an: Der Einsatzleitwagen (ELW) und Mannschaftstransportwagen (MTW) mit Personal und Wärmebilddrohne aus Hildburghausen sowie der MTW mit der Drohneneinheit aus Themar. Insgesamt nahmen rund 30 Einsatzkräfte teil, dazu 14 ausgebildete Rettungshunde.

Beispielfoto aus einer Wärmebilddrohne – trotz warmer Außentemperatur zeichnen sich die Körper der Akteure deutlich ab. Foto: Feuerwehr

Am Einsatzort erwartete den Einsatzleiter eine aufgelöste Mutter, die im Szenario schilderte, dass ihre fünf Kinder nach dem Ballonabsturz in alle Richtungen davongerannt waren und wahrscheinlich unter Schock stehen – ohne Handy und ohne Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.

Ab 18.30 Uhr war die Einsatzleitung aufgebaut, gemeinsam mit der Fachberaterin für Personensuche Peggy Schaupp, zugleich auch Leiterin der Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), und den Feuerwehrleuten aus Hildburghausen und Themar. Das Gelände wurde in Suchabschnitte eingeteilt und die Situation auf einer Lagekarte skizziert. Während die Hunde im sogenannten „Mantrailing“ (Personensuche) und in der Flächensuche unterwegs waren, starteten die Drohnen mit hochsensibler Wärmebildtechnik.

Hund schlägt an und zeigt eine mögliche vermisste Person innerhalb des Gebäudes an. Foto: Feuerwehr

Trotz durch die Sonne aufgeheizter Böden, die die Suche erschwerten, kam der erste Erfolg schnell: Um 18.46 Uhr sichtete eine Drohne das erste Kind. Kurz darauf schlugen die Hunde gleich zweimal an – um 18.53 Uhr und 18.58 Uhr. Auch das vierte Kind konnte im Gebüsch von den Rettungshunden lokalisiert werden. Das letzte Kind blieb lange verschwunden, bis es schließlich um 19.18 Uhr durch eine farbliche Anomalie auf einem Bild einer Wärmebilddrohne auf dem Bismarckturm entdeckt und zeitgleich auch von den Rettungshunden angezeigt wurde.

Vermisste Person wurde gefunden und wird von Feuerwehr und das Rettungshunde-Team zur medizinischen Versorgung gebracht. Foto: Feuerwehr

Laut Franz Neundorf habe die Übung eindrucksvoll gezeigt, wie sich moderne Technik und tierischer Instinkt ergänzen. Insbesondere am Standort in Hildburghausen hat der Landkreis in den letzten Jahren viel in die Beschaffung von Fahrzeugen und Drohne investiert, um solche oder ähnliche Szenarien künftig adäquat bewältigen zu können.

„Eine starke Übung mit klaren Synergieeffekten“, lautete das Fazit. Feuerwehr und Rettungshundestaffel wollen künftig regelmäßig gemeinsam trainieren – um Strukturen weiter auszubauen und für den Ernstfall noch schneller reagieren zu können. Denn wenn es wirklich darauf ankommt, zählt jede Minute.

Interessiert?

Die Feuerwehr Hildburghausen
sucht Verstärkung. Wer Interesse hat, in einem starken Team ehrenamtlich Menschen in Not zu helfen, kann gern Kontakt aufnehmen und sich unverbindlich informieren, sagt Franz Neundorf. E-Mail: presse@feuerwehr-hildburghausen.de