Zudem verkündete Schöneberger schelmisch, dass "der Weltfrieden" in "greifbare Nähe gerückt" sei. "Heute Abend befinden sich in einem Raum Stefan Raab und Sebastian Pufpaff!", verkündete sie. Worauf sie abzielte, war, dass Pufpaff und Raab einst zusammenarbeiteten, dann aber zu Kontrahenten wurden. Daher hatte man munter spekulieren dürfen, ob sie tatsächlich beide zu der Verleihung kommen würden. Pufpaff moderiert mittlerweile Raabs einstige Show "TV total" auf ProSieben, Raab hat bekanntlich bei RTL angeheuert.
Beide kamen. Aber einen Fernsehpreis konnte am Ende nur Raab gewinnen, der bislang auf eine gemischte Bilanz seit seinem TV-Comeback im Jahr 2024 zurückblickt. Seine Neuentwicklung "Wer weiß wie wann was war?" (RTL) wurde zur besten Unterhaltungsshow gekürt. "Ganz egal, was die anderen sagen: Ich mag dich!", erklärte seine Co-Moderatorin Barbara Schöneberger fast schon zärtlich.
"Alles Liebe, alles Gute" für Stefan Raab
Pufpaff dagegen ging in der Kategorie "Beste Comedy/Late Night" mit "TV total" leer aus. Am roten Teppich wurde er gefragt, was er Raab wünsche, der bald 60 Jahre alt wird. Pufpaffs knappe Antwort: "Alles Liebe, alles Gute und möge er in Erfüllung seiner Arbeit nachkommen können."
Zu den großen Gewinnern des Abends durften sich derweil die Macher der Serie "Chabos" (ZDFneo) zählen – die Produktion wurde als beste Comedy-Serie ausgezeichnet, überdies gewann ihr junges Ensemble den Förderpreis.
Beste Drama-Serie wurde "Hundertdreizehn" (ARD), beste Doku-Serie "Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden" (ZDF). Auch das Special "#dontlookaway" (ProSieben) der Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf gewann einen Preis. Die beiden Moderatoren hatten eine mehr als dreistündige, werbefreie Dokumentation über den Alltag der Menschen in der Ukraine ins Programm gehoben.
Den versöhnlichen Schlusspunkt setzte der langjährige RTL-Nachrichtenmoderator Peter Kloeppel (67). Er wurde für sein Lebenswerk geehrt und erinnerte an Franz Beckenbauer. "Jetzt geht's raus, Jungs, und spielt Fußball", habe der gesagt. Kloeppels Ratschlag: "Ich sage euch: Jetzt geht's raus und macht gutes Fernsehen."
Der Deutsche Fernsehpreis wird seit dem Jahr 1999 verliehen. Getragen wird er von ARD, RTL, Sat.1, ZDF und der Deutschen Telekom. Die Streaming-Anbieter Disney+, Netflix und Prime Video wirken als Partner mit. Die Federführung wechselt Jahr für Jahr. In diesem Jahr hatte sie RTL übernommen. Der Sender übertrug die Show auch im TV.