TU-Bergfestwoche Verrückte Seifenkisten rollen am Campus bergab

Das Seifenkistenrennen auf dem Campus der TU Ilmenau war wieder ein Höhepunkt des Bergfestes. Die verrückten selbst gebastelten Fahrzeuge sorgten für Stimmung, nicht alle kamen ins Ziel – und es wurden zwei Preise vergeben.

Seit dem Wochenende ist das diesjährige Bergfest der Ilmenauer Studenten im Gange, die die Hälfte ihrer Studienzeit erreicht haben. Nach den ersten Abendveranstaltungen ging es nun traditionell am Montag der Bergfestwoche so richtig in die Vollen: Erst Festbieranstich, dann das Seifenkistenrennen. Dabei rollen selbst gebastelte, oft sehr wackelig wirkende Fahrzeuge vom Audimax den Ehrenberg hinab zur Mensa. Mit quietschenden Reifen, in waghalsiger Kurvenlage, bunt angemalt und die Fahrer verrückt gekleidet – so wirkte auch dieses Jahr das Rennen, wenn auch nur mit sechs Teams, die ein eigenes Fahrzeug an den Start gebracht hatten.

Nach der Werbung weiterlesen

Dabei sah es anfangs gar nicht nach einem publikumsträchtigen Event aus: Als gegen 13 Uhr die erste Seifenkiste den Ehrenberg hinab rollte, setzte Nieselregen ein und zwang die bis dahin eher wenigen Zuschauer, sich ein trockenes Plätzchen unter Bäumen oder Bierzeltgarnituren zu suchen. Um es vorweg zu nehmen: Der Regen setzte kurz darauf aus, und zum Ende hin füllte sich die Strecke doch noch mit vielen Schaulustigen.

Bremsklötze aus Holz

An den Start ging zunächst der Fachschaftsrat Maschinenbau – ganz und gar nicht stilecht ausgerechnet mit einem Holzauto, sogar mit Bremsklötzen aus Holz. Fahrer Simon Schäfer (im Bieberkostüm) grüßte vorm Start noch schnell seine „Hinterbliebenen“, um dann die etwa 100 Meter lange Strecke unter die kleinen Räder zu nehmen. Nach 31 Sekunden war der Schwung weg, er blieb kurz vorm Ziel stehen und musste förmlich noch über die Linie geschoben werden.

Die Burschenschaft Baltia Gotia schickte als nächstes Team einen weißen Boliden ins Rennen (sogar mit LED-Beleuchtung). Fahrer Daniel Kern legte mit 17 Sekunden eine gute Zeit vor, schoß weit über die Ziellinie hinaus und rammte unten an der Ehrenbergstraße fast ein vorbeifahrendes Auto – der erste „Beinahe-Unfall“ also. Der nächste Starter war Shark Nado, auch ein altbekanntes Team beim Seifenkistenrennen, und Fahrer Henning Hunsmann legte die Bestzeit vor: Nach 16:47 Sekunden war er im Ziel. Vielumjubelt ging dann der Sportwagenbolide des BH-Clubs an den Start. „Das ist ja keine Seifenkiste mehr, sondern ein richtiges Auto. Mit Flügeltür und Nummernschild, und hat bestimmt sogar eine Straßenzulassung“, lästerte Moderator Sven Stelkens. Fahrer Tobias Rosenbusch und der Beifahrer, der rosafarbene H-Mingo, kamen nach 18 Sekunden ins Ziel. Mit Hilfe von Stützrädern kippte das etwas wackelige Fahrwerk im Zieleinlauf zum Glück nicht um.

Das Organisationsteam der Erstiwoche ging dann mit einem orangen Gefährt an den Start, unter dem Titel „Revanche in orange“ und erreichte auch eine Zeit von 17 Sekunden. Zu einer Materialschlacht wurde dann die Abfahrt des Ilmenauer E-Sports-Vereins. Fahrer Robert wurde im winzigen Mobil von seinen Helfern am Start offenbar etwas zu schwungvoll angeschoben, kam dadurch bereits im ersten Streckenabschnitt mehrfach ins Schlingern, verlor kurz vorm Ziel ein Rad, dann brach die komplette Vorderachse ab – nur zwei Meter vor der Ziellinie. „Ihr seid die Gewinner der Herzen“, rief ihnen der Moderator zu, nachdem er zum Glück festgestellt hatte: „Dem Fahrer geht es gut!“

Crash-Kiste aus dem Rennen

Bei zweiten Rennlauf ging dieses Fahrzeug natürlich nicht mehr an den Start. Die restlichen fünf verbliebenen Starter legten allesamt gute Zeiten hin und blieben fast ausnahmslos unter 19 Sekunden. Mit glatten 16 Sekunden holte Shark Nado den Sieg in der A-Note.

Die Rennleitung bestimmte in der B-Note eine zweiten Pokalgewinner, der für seine Präsentation, die investierte Zeit und den Aufwand – also den gesamten Auftritt – einen weiteren Pokal erhielt. Und der ging eindeutig an das Team des BH-Clubs mit dem weißen Boliden und dem rosa H-Mingo. Der passte auch thematisch am besten zum Logo des diesjährigen Bergfest-Mottos.

„Wenn man bedenkt, dass das Wetter nicht so toll war, dann war das Seifenkistenrennen schon gut besucht“, resümierte Sophie Haufe vom Orga-Team. „Allerdings waren längst nicht so viele Leute dabei wie vor der Corona-Zeit. Die Studierenden kennen das wahrscheinlich gar nicht mehr so richtig und müssen erst einmal wieder ans Bergfest herangeführt werden“, meinte sie. Gefeiert wurde anschließend noch weiter. Beim Bergfest gibt es in dieser Woche noch weitere Höhepunkte wie den Bierathlon zum Kickelhahn am Donnerstag sowie Musikveranstaltungen auf der Open-Air-Bühne am Freitag und am Samstag.