Durch sein Engagement für den Naturschutz verfügt Hartmut Kempf aus Suhl über ein weitreichendes Fachwissen. Besonders Flechten haben es ihm nach all den Jahren angetan. An alten Mauern, an Hauswänden oder auf der Rinde von Laubbäumen wie Apfel, Esche oder Bergahorn – überall dort kann die Lebensgemeinschaft aus Algen und Pilzen vorkommen, erklärt Kempf den Teilnehmern er Winterwanderung in Truckenthal. „Sie wachsen zwar nur sehr langsam, werden dafür aber mehrere hundert Jahre alt. Somit gelten Flechten als einer der langlebigsten Organismen der Erde.“ Kempf weiter: „Man bezeichnet sie auch gerne als Kurluft-Vertreter, schließlich zeigen sie die Qualität der Luft an.“ Wie das ganz ohne teure Messungen funktioniert? Simpel ausgedrückt sind Flechten auf eine gute Luftqualität angewiesen, weil sie keine im Boden verankerten Wurzeln haben. Daher nehmen sie das benötigte Wasser sowie die Nährstoffe aus der Luft auf. Wenn diese also verschmutzt oder zu trocken ist, mögen Flechten das so gar nicht. Demzufolge ist die Luftqualität dort, wo keine wachsen, schlecht.
Truckenthal Vom Mythos, Flechten seien Schädlinge
Milena Mann 23.01.2026 - 09:00 Uhr