Trotz Teillegalisierung Meiste Drogendelikte im Kreis Hildburghausen mit Cannabis

Seit 2024 gibt es die Teillegalisierung von Cannabis. Dennoch gehen 2024 immernoch die meisten Drogendelikte aufs Konto von Kiffern.

Trotz Cannabis-Teillegalisierung besteht offenbar weiter ein Schwarzmarkt für Cannabis, denn die Zahl der Straftaten liegen weiterhin in einem hohen Bereich. Foto: Hannes P Albert/dpa

Drogenkriminalität scheint im Landkreis Hildburghausen kein gravierendes Problem zu sein. Und auch die Leitung der Polizeiinspektion schätzt ein, dass die größeren Problemlagen in ganz anderen Bereichen liegen. Aber der einfache Blick in die Statistik trügt auch ein bisschen. 130 Fälle in Zusammenhang mit verbotenen Rauschgiften hatte die Polizei in Hildburghausen im Jahr 2024 bearbeitet. Das sind elf Fälle weniger, als noch im Jahr zuvor. Nur im Jahr 2019 waren es schon einmal weniger Fälle als jetzt.

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Von 71 auf 43 Straftaten

Aber: Die Fallzahlen sollten eigentlich sehr viel deutlicher gesunken sein. Denn im Jahr 2024 hat die Teillegalisierung von Cannabis begonnen. Seit dem 1. April 2024 gilt die Lockerung, die es erlaubt, selbst Hanfpflanzen anzubauen, Cannabis-Produkte zu besitzen und zu konsumieren. Dies aber in einigen Grenzen.

Die Kriminalstatistik zeigt diesen Effekt auch, denn die Straftaten mit Bezug zu Cannabis sind von 71 auf 43 zurückgegangen. Der allgemeine Rückgang erfolgte aber nur um elf Straftaten. Die Statistik berücksichtigt dabei keine Delikte, die im Straßenverkehr auffallen – etwa ähnlich zu Trunkenheitsfahrten. Diese werden in der Verkehrsunfallstatistik separat erhoben.

Es gibt weiterhin einen Schwarzmarkt für Cannabis

Die weiterhin vergleichsweise hohen – und immer noch meisten Straftaten im Bereich der Rauschgiftkriminalität stehen im Zusammenhang mit Cannabis. Trotz der Teillegalisierung würden noch Personen aufgegriffen, die mehr als die erlaubte Menge Cannabis bei sich haben, oder die mehr Pflanzen anbauen, als erlaubt ist, schätzt der stellvertretende PI-Leiter Stephan Lörtzing ein. Im Dezember 2024 und Januar 2025 wurden zudem im Landkreis Hildburghausen, in Heubach und in Themar, zwei große illegale Hanfplantagen ausgehoben. Obwohl es eine Teillegalisierung gibt, gibt es offenbar immernoch einen Schwarzmarkt.

Problem der Erwachsenen

Delikte mit Amphetamin (Speed/Pep) sind von 18 auf zwölf gesunken. Bei Methamphetamin (Crystal Meth) sind es fünf Fälle mehr. In einem Fall ging es um Kokain. Unter der Rubrik „Sonstige“ stiegen die Fälle von 8 auf 19. Ähnlich wie bei anderen Delikttypen ist auch die Rauschgiftkriminalität im Landkreis Hildburghausen ein Erwachsenen-Problem. Für 2024 sind zwei Jugendliche (14 bis 18 Jahre) und zwölf Heranwachsende (18 bis 21 Jahre) mit Drogen auffällig geworden. Der weit größte Teil der Tatverdächtigen sind Erwachsene. 2023 waren noch zwei Kinder, vier Jugendliche und 18 Heranwachsende als Tatverdächtige geführt.