Trockenheit Wasser-Vorräte gefragter denn je

Waldbrände, wenig Wasser in den Flüssen und drohende gesundheitliche Folgen der Hitze: Auch in Thüringen fehlt Regen. Aber noch gibt es genügend Wasser-Vorräte.

Die Talsperre Schönbrunn ist gut gefüllt – doch am gegenüberliegenden Hang sind dürregeschädigte Bäume zu erkennen. Foto: Gerhard König/Gerhard König

An der Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern sind am Dienstag die ersten größeren Waldbrände der Saison ausgebrochen. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilte, brannte am frühen Nachmittag eine Fläche von einem bis zwei Hektar und kurz darauf eine zweite kleinere Fläche von 200 bis 300 Quadratmetern. Beide Flächen lagen zwischen der bayerischen Gemeinde Nordhalben (Landkreis Kronach) und dem thüringischen Wurzbach (Saale-Orla-Kreis). Die Feuerwehren hätten beide Brände schnell in den Griff bekommen, Anwohner, Spaziergänger oder Tiere seien nicht in Gefahr gewesen, hieß es.

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Laut Polizei geht man davon aus, dass sich die Waldgebiete infolge von Hitze und Trockenheit selbst entzündet hätten. In Bayern riefen die Behörden die Waldbesucher bereits zu äußerster Vorsicht auf. Mehrere Bezirksregierungen ordneten zudem entsprechende Beobachtungsflüge an, um mögliche Brände frühzeitig zu erkennen.

In Thüringen galt am Dienstag in etwa einem Drittel des Landes bereits die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe 4 – darunter in Südthüringen im Forstamt Bad Salzungen, im Forstamt Heldburg sowie im Forstamt Sonneberg. Zwei Drittel des Freistaats sind noch in Waldbrandgefahrenstufe 3 eingeordnet. Doch eine weitere Verschärfung der Situation droht, denn flächendeckender Regen ist nach Angaben der Meteorologen weiterhin nicht in Sicht.

In der ersten Junihälfte sei bereits ein Sonnenscheinrekord zu verzeichnen, sagte Niklas Weise, Meteorologe von Wetteronline. Und nach Angaben von Dominik Jung von Wetter.net fielen in Deutschland im Schnitt im Juni bislang nur 4 Liter Regen pro Quadratmeter. „Das sind aktuell knapp fünf Prozent vom Monatssoll, dabei ist der Monat bald schon halb herum.“

An den meisten Flusspegeln in Thüringen weisen die Messwerte des Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) bereits Niedrigwasser aus. An der Steinach bei Mupperg (Kreis Sonneberg) wurde mit 27 Zentimetern ein neuer niedrigster Wasserstand gemessen. Der durchschnittliche Wasserstand liegt hier mehr als doppelt so hoch bei 67 Zentimetern.

Die Talsperren in Thüringen sind nach Angaben der Thüringer Fernwasserversorgung auf eine sichere Versorgung auch bei längerer Trockenheit eingestellt. So meldete zum Beispiel die Talsperre Schönbrunn, aus der weite Teile Südthüringens versorgt werden, am Dienstag einen Füllgrad von 95,7 Prozent.

In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern halten ausgedehnte Waldbrände auf ehemaligen Truppenübungsplätzen die Feuerwehren weiter in Atem. So brennt es seit Montag bei Lübtheen und Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern auf mehr als 100 Hektar Fläche. Auch ein am Montag eingedämmter Brand bei Jüterbog (Brandenburg) flammte wieder auf.

Auch wenn es ab dem Wochenende vereinzelte Gewitter geben könne, werde die Trockenheit nur punktuell gelindert, teilte etwa der Wetterdienst Wetteronline.de mit. So werde sich voraussichtlich in der kommenden Woche schwülwarme Gewitterluft durchsetzen.

Ärzte warnen vor gesundheitlichen Gefahren von Hitze

Mit einem bundesweiten Hitzeaktionstag
wollen die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern an diesem Mittwoch für das Thema sensibilisieren. „Momentan freuen sich alle über das sommerliche Wetter, aber angesichts der wachsenden Zahl der Hitzetage ist es uns wichtig, auf die gesundheitlichen Gefahren hinzuweisen“, sagte die Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, Ellen Lundershausen.

Nach Angaben der Landesärztekammer starben im vergangenen Jahr in Deutschland etwa 4500 Menschen infolge der Hitze. Insbesondere ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen seien betroffen. Aber auch Säuglinge, Kinder und Schwangere sowie Obdachlose und Menschen, die im Freien arbeiten, hätten verstärkt unter der Hitze zu leiden. Daher sei auch nachbarschaftliches Engagement
nötig, „bei dem besonders gefährdete Personengruppen in den Blick genommen und immer mal wieder nach dem rechten geschaut wird“, so die Ärztepräsidentin.