Trickbetrügern Mindestens 30 Anrufe von falschen Polizisten

Erneut treiben Trickbetrüger im Landkreis Sonneberg ihr Unwesen. Als angebliche Polizisten versuchen diese vor allem wieder Senioren auszuspähen.

Sonneberg - Allein in und um Sonneberg sind am Montag insgesamt 17 Fälle der Polizei gemeldet worden, bei denen die falschen Beamten vorrangig ältere Menschen angerufen hatten. Die Masche war laut Polizei in jedem Fall die Gleiche: Die Anrufer teilten den älteren Bürgern mit, dass angeblich in der Nachbarschaft eingebrochen wurde und schürten dadurch Angst. Hauptsächlich versuchten die Unbekannten dabei in Erfahrung zu bringen, ob die Rentner allein wohnen. Auch nach Geldwerten auf der Bank oder im Haus erkundigten sie sich, teilt die Polizei mit.

Die Betrüger hätten es ersichtlich auf Seniorinnen und Senioren abgesehen, um sie mit einer ausgedachten Geschichte davon zu überzeugen, ihnen Geld oder Vermögenswerte zu übergeben. Nach bisherigen Erkenntnissen reagierten alle Angerufenen richtig, indem sie keine Auskünfte erteilten, sodass die Gespräche frühzeitig abbrachen.

Schockanrufe

Zum wiederholten Male erhalten ältere Menschen auch sogenannte Schockanrufe. Am Montag waren der Polizei insgesamt 13 Anrufe in Erfurt und 14 in Südthüringen gemeldet worden. Am Dienstag kamen bereits 16 Schockanrufe in Mittelthüringen hinzu.

In einem Fall hatte sich ein Anrufer bei einer über 80-jährigen Dame gemeldet und als Polizist ausgegeben. Ihr Sohn sei bei Rot über eine Ampel gefahren, wodurch er einen Verkehrsunfall verursachte und in dessen Folge eine Fahrradfahrerin tödlich verunglückt sei. Der Anrufer forderte einen fünfstelligen Betrag als Kaution. Wie sich herausstellte, hatte der Sohn keinen Unfall. In diesem Fall hat eine Angehörige Anzeige bei der Polizei erstattet. Zur Geldübergabe kam es nicht.

Bereits vergangene Woche kam es in Nordthüringen zu betrügerischen Anrufen. Den Opfern wurde ein fünfstelliger Bargeldgewinn in Aussicht gestellt. Dem Geldboten solle man 1000 Euro zahlen, um den Gewinn dann auch zu erhalten. Bislang kam es noch nie zu einer Gewinnauszahlung, die 1000 Euro wären die Opfer aber los.

Die Polizei rät erneut, absolut vorsichtig zu sein, wenn verdächtige Anrufe eingehen. Man solle auf auf keinerlei Forderungen eingehen und auflegen. "Misstrauen hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun. Legen Sie auf, wenn Sie sich unsicher fühlen und wenden Sie sich an vertraute Personen oder an die 'richtige Polizei', denn diese erkundigt sich nicht nach Ihren Bankdaten wie Kontonummer oder Kontostand. Auch fragen 'richtige Polizeibeamte' nicht nach Wertsachen. Sie setzen niemanden unter Druck oder fordern Sie auf, Geld von der Bank abzuheben bzw. Bargeld oder Wertsachen zu übergeben", heißt es im Polizeibericht.

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