Triathlon Wie in einem ganz normalen Jahr

Die Triathletin Josefine Rutkowski beim Laufen. Foto: MT/Ralf Ilgen

Wer zu den wichtigen Wettkämpfen in Form sein will, braucht eine gute Vorbereitung. Mitten in dieser steckt Triathletin Josefine Rutkowski, auch wenn derzeit noch viele Fragezeichen hinter der genauen Saisonplanung stehen.

Meiningen - Wenn es etwas gibt, das anders ist als in anderen Jahren zu diesem Zeitpunkt der Saisonvorbereitung, dann sind es die fehlenden Trainingseinheiten im Schwimmen. „Ich war Mitte Oktober zum letzten Mal im Wasser, um zu trainieren“, sagt Triathletin Josefine Rutkowski. „Ansonsten arbeite ich seit November nach meinem Plan, der auf den Ironman in Frankfurt im Juni ausgerichtet ist.“

Es ist also mit dem Abstrich Schwimmen eine Saisonvorbereitung für die 31-jährige Lehrerin, als ob es die Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie nicht geben würde. Aber es sind eben doch noch viele Unbekannte in der Saisonplanung vorhanden. Welche Wettbewerbe von denen, die sie und das Meininger Triathlon-Team Starts geplant haben, finden wirklich zum vorgesehenen Termin oder überhaupt statt? Niemand weiß es! So steht der erste Wettkampf mit dem Triathlon in Ferropolis schon Mitte Mai an. „Das ist ein Rennen über die Mitteldistanz und da wollen wir in die Saison einsteigen“, berichtet die Meiningerin, wobei da dann auch wieder das Schwimmen im Hinterkopf ist. „Wenn ich mir die Situation so anschaue, dann kann es sein, dass ich davor nicht viele Schwimmeinheiten absolvieren kann. Schwimmhallen werden wohl so schnell nicht öffnen und ehe ich in irgendeinem See schwimmen kann, vergehen sicher auch noch ein paar Wochen“, beschreibt sie die Situation. „So ganz ungefährlich ist das ja auch nicht, wenn das nötige Training fehlt.“

Training nur zu zweit

Aber ansonsten läuft die Vorbereitung völlig normal. „Wir absolvieren oft zu zweit unsere Laufeinheiten“, sagt sie und nennt Sebastian Weigel, Florian Holland-Cunz oder Philipp Widmann aus dem neuen Meininger Triathlon-Team als Mitstreiter. Und diese Einheiten pushen die junge Lehrerin dann extra. „Ich will natürlich mit den Männern mithalten“, meint sie schmunzelnd. Jedenfalls weiß Josefine Rutkowski, dass ihre Trainingswerte derzeit sehr gut sind und sie sich so in einer guten körperlichen Verfassung befindet. Das macht sie sehr zufrieden. 2021 soll ja auch das Jahr werden, in dem das „Triathlon-Team Meiningen“ richtig durchstarten will. Im vergangenen Jahr hatte es nur einen gemeinsamen Start gegeben und zwar beim Bergsee-Triathlon am Ratscher bei Schleusingen. Die Vorarbeit in Sachen Sponsoring wurde schon im vergangenen Jahr gemacht und es konnten einige Partner gewonnen werden. Es wird ab diesem Jahr eine einheitliche Teamkleidung geben und das Ziel der gemeinsamen Starts ist es eben auch, die Region noch bekannter zu machen.

Einen positiven Nebeneffekt der vielen coronabedingten Absagen im vergangenen Jahr hat Josefine Rutkowski für sich ebenfalls ausgemacht. „Ich habe ganz normal trainiert, so, als ob alle Rennen stattgefunden hätten. Wegen der fehlenden Wettkämpfe konnte ich aber auf viele Regenerationsphasen verzichten. Diese Zeit habe ich für zusätzliche Einheiten genutzt, in denen ich mich zum Beispiel auch auf die Technik im Laufen, beim Schwimmen und auf dem Rad konzentriert habe. Ich habe viel an mir gearbeitet und gerade auf dem Rad hatte ich glaube ich noch viele Reserven. Mal schauen, wie sich das dann in den Wettkämpfen dieses Jahr auswirkt“, sagt die 31-jährige Meiningerin. Und bei alle dem, was sie erzählt, wirkt sie so, als ob es bei ihr trotz der ganzen Beschränkungen auch für ihr Training keinerlei Motivationsprobleme geben würde. Der Mensch sei eben ein Gewohnheitstier und bei ihr äußere sich das eben so, dass sie auch trainiert, wenn wie gerade die Unsicherheit, was Wettkämpfe angeht, sehr groß ist.

Heimatverbunden

Wenn Vereine aus Meiningen etwas auf die Beine stellen, dann ist die junge Lehrerin immer mit dabei – erst recht in dieser Zeit. Das war beim 24-Tage-Schwimmen der Wasserfreunde im vergangenen Sommer so, als sie im Meininger Schwimmbad viele zusätzliche Schwimmeinheiten absolvierte. „Ich schwimme sehr gerne und da habe ich die Situation genutzt. Das ist auch nicht immer, um zu trainieren. Wasser hat regenerative Wirkung“, weiß sie. Natürlich meldet die junge Lehrerin derzeit auch ihre Laufkilometer für die Haim-Challenge der Meininger Wasserfreunde. Und so schlägt Josefine Rutkowski gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. „Ich nutze solche Challenges für mein Training, helfe damit auch den sehr engagierten Vereinen hier in der Region und gebe meinen Schülern ein gutes Beispiel. Ich denke, dass es gut ist, wenn sie wissen, dass ich das, was ich von ihnen als Sportlehrerin verlange, auch jederzeit selber machen kann“, ist sie überzeugt. „Es ist sowieso eine grausame Entwicklung, was im Sport bei den Kindern passiert. Der kommt viel zu kurz. Da ist es auch schön, wenn man Kinder zum Sport motivieren kann.“

Apropos zu kurz. Das gilt momentan auch für den Kontakt mit ihren Sportkameraden. Es sei zwar wegen Corona schwieriger, Kontakt zu halten, aber die vielen schönen Freundschaften mit anderen Aktiven würden darunter nicht leiden. „Gemeinsames Training, wie sonst immer zum Beispiel im Frühling zum Radfahren auf Mallorca, fällt ja flach. Aber es gibt Whatsapp oder wir telefonieren einfach“, berichtet sie. „Was das angeht, fehlen natürlich die Rennen. Aber mit den richtig speziellen Freunden funktioniert das auch so.“ Jedenfalls will Josefine Rutkowski nach dem Auftakt in Ferropolis noch einen Sprint in Fulda bestreiten, dann eben den Ironman in Frankfurt, ihren Lieblings-Wettkampf im Allgäu im August und die deutsche Meisterschaft in Nordhausen am 25. Juli. Absagen gab es für diese Saison bisher noch nicht. Aber das muss ja nichts heißen. „Wenn ich ehrlich bin, dann rechne ich schon mit der einen oder anderen Verschiebung“, fügt sie noch an. Aber das muss sie dann nehmen, wie es kommt. Alles ist sicherlich besser als 2020 mit nur einem einzigen Wettkampf!

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