Treffen Oberweid – Simmershausen Immer wieder drüber reden

Oberweider und Simmershäuser feierten 35 Jahre Deutsche Einheit an einem markanten Punkt der Grenze, die einst das Land teilte. Heute lebt man wie selbstverständlich zusammen.

Alles Rhöner: Oberweider und Simmershäuser trafen sich am geschlossenen Band. Foto: privat

„Diese Einheit, die fast schon so lange wie die vorherige Teilung des Landes andauert, leben wir jeden Tag – sie ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden“, sagte Oberweids Bürgermeister Tino Hencl in seinen Grußworten. Von Simmershäuser Seite grüßte Ortsvorsteher Thorsten Müller alle Gäste, die zum Denkmal Geschlossenes Band – seinerzeit geschaffen vom Oberweider Künstler Waldo Dörsch – gekommen waren. Zwischen den Menschen der beiden früher getrennten Nachbarorte in Thüringen und Hessen werden heute Freundschaften gepflegt, Nachrichten ausgetauscht. Gegenseitige Hilfe der Feuerwehren untereinander wurde vereinbart. Beim Weideabtrieb in Simmershausen waren Oberweider ganz selbstverständlich als Zuschauer dabei, umgekehrt waren Simmershäuser zur Jahrfeier in Oberweid gern gesehene Gäste.

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„Dennoch darf man den Blick zurück nicht vergessen“, so mahnte Tino Hencl. Man müsse nachfolgenden Generationen von Ereignissen wie dem Mauerfall am 9. November, der Grenzöffnung für einen Tag am 3. Dezember und schließlich der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 erzählen. Das Denkmal und auch das Treffen am 3. Oktober stehe für gutnachbarschaftliche Beziehungen über Kreis- und Landesgrenzen hinaus, für Freundschaft und Zusammenhalt. Der Wunsch: Sich auch künftig „hier zusammenfinden, innehalten und bewusst machen, dass Frieden, Freiheit und Demokratie in unserem Land nicht als selbstverständlich hingenommen werden dürfen, sondern dass es an jedem Einzelnen liegt, dafür einzustehen“, bemerkte Oberweids Bürgermeister.