Traktoristen-Treffen Traktor-Prunkstücke knattern durch Lengfeld

Wolfgang Swietek

Mehr als 100 Traktoren – alte, moderne, Eigenbaue und sogar ein mit Luft gefüllter – bevölkerten am Samstag Lengfeld. Doch pures In-der-Reihe-Stehen? Damit geben sich die Lengfelder nicht zufrieden.

Hitze musste man schon vertragen können, wollte man das 16. Traktortreffen in Lengfeld den ganzen Tag über genießen. Denn schattige Stellen sind rar auf einem Sportplatz, der wieder als Festplatz diente. Doch die Freude überwog bei den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Feldsteintraktoristen Lengfeld und Umgebung, konnten sie doch endlich wieder zu ihrem so beliebten Treffen einladen. Und auch die Besucher, die aus ganz Südthüringen kommen, sahen dies nicht anders. Wissen sie doch, dass die Lengfelder nicht einfach eine Reihe von Traktoren – von historisch bis modern, von Marke Eigenbau bis zu renommierten Herstellern – auf den Platz stellen und dabei untereinander ins Gespräch kommen wollen. Die Erfahrungen beim Restaurieren bieten unter „den Schraubern“ ohnehin stets genügend Gesprächsstoff.

Doch in Lengfeld wird neben der traditionellen Ausfahrt, die stets der Höhepunkt des Treffens ist, noch viel mehr geboten. Da wird historische Technik auch in Aktion gezeigt. So wird anschaulich demonstriert, wie einst Getreide gedroschen wurde – überwiegend mit Handarbeit, auch wenn die Dreschmaschine selbst mit der Kraft eines Traktors angetrieben wird. Auch die Weiterverarbeitung des gedroschenen Korns in einer Schrotmühle war zu sehen. Derweil hat ein Schmied – hier war es Andreas Korsch – den Koks zum Glühen gebracht, als Voraussetzung für seine Arbeit. Schmieden solange das Eisen heiß ist, ist die Devise dieses alten Handwerks.

Mike Lommer und seine Mitstreiter von der IG Feldsteintraktoristen konnten sich kaum eine Ruhepause gönnen. Immer waren sie in Aktion, damit den ganzen Tag über das Programm nach Plan lief. Auch Mitglieder des Feuerwehrvereins gehörten wieder mit zu den getreuen Helfern. Der Zuspruch zu ihrem Fest hatte durch die Corona-Pandemie kaum einen Abbruch erlitten. Waren beim letzten Treffen im Jahr 2019 Traktorfreunde mit 115 ihrer Fahrzeuge gekommen, so dürfte die Zahl in diesem Jahr vermutlich noch übertroffen worden sein. Denn kurz vor der Ausfahrt hatten die Organisatoren bereits die Startnummer 108 ausgegeben, doch da hatten sich noch nicht alle Teilnehmer angemeldet.

Worauf die Lengfelder Traktorfreunde besonders stolz sind – sie können nicht nur mit liebevoll restaurierten Traktoren aus früheren Jahrzehnten aufwarten. Sie haben so manches Kleinod als „Scheunenfund“ vor dem weiteren Verfall gerettet – wie einen ehemals herrschaftlichen Schlitten, den sie in einer Scheune in Gethles entdeckt hatten. Inzwischen bringt der Weihnachtsmann mit diesem Schlitten den Lengfelder Kindern bei einer Lichterfahrt am 24. Dezember die Geschenke. (Erinnerungs-)Geschenke erhält übrigens jeder aktive Teilnehmer des Traktortreffens nicht erst zu Weihnachten, sondern im Anschluss an die traditionelle Ausfahrt durch den Ort. Dieses Mal war es ein Zollstock mit farbigen Bildern moderner Landtechnik. Dankbar nahmen diesen die Traktorfreunde aus Neuhof, die Schlepper- und Schrauberfreunde Hennebergisches Land Südthüringen aus dem Raum Schleusingen, oder woher die Aktiven sonst noch kamen, entgegen.

Nicht nur die „Traktoristen aus Leidenschaft“ kamen bei diesem Treffen in Lengfeld auf ihre Kosten. Auch dem blutigen Laien auf diesem Gebiet wurde so manches geboten. Bei einem Hubschrauber-Rundflug konnte er die Feldstein-Gemeinde aus luftiger Höhe betrachten. Und wer zum Traktorfahren noch zu klein war, für den gab es eine besonders große Hüpfburg – natürlich in Form eines riesigen Traktors.

Nach dem Fest ist vor dem Fest – denn schon wurde für die nächsten Treffen in der Region Werbung gemacht. So wird es zum Beispiel am 17. September ein Traktortreffen in Neuhof geben.

 

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