In der Kirche Zella St. Blasii in Zella-Mehlis war am Freitagabend ein Redner zu Gast, der fast 50 Jahre zuvor am selben Ort als Pfarrer seine Kirchgemeinde verlassen musste: Jürgen Hauskeller. Von 1968 bis 1975 war er hier tätig und revolutionierte mit experimentellen Gottesdiensten auch die Jugendarbeit in der Kirche. Damit schaffte er sich nicht nur Freunde. Schnell wurde die Stasi auf ihn aufmerksam. Ein Pfarrer, der Kirchen füllte, die Jugend begeisterte, stand dem Gedanken völlig im Wege, dem besonders ab den 50er und 60er Jahren nachgeholfen wurde, die Kirchenarbeit in der DDR eines vermeintlich natürlichen Todes sterben zu lassen. Die Jugend von der Kirche fernzuhalten, das war laut Jürgen Hauskeller der Plan. Wenn ihr in allen Bereichen der Nachwuchs abhanden käme, wäre das Aus besiegelt. Das Ansinnen des Staates, der für sich in Anspruch nahm, das Monopol auf Jugendarbeit zu besitzen, vereitelten unbequeme Pfarrer wie Jürgen Hauskeller.
Tragödie mit gutem Ende „Hätte es verhindert werden können?“
Dörthe Lemme 26.11.2023 - 14:41 Uhr